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Raskolnikow

D 1923; R: Robert Wiene, B: Robert Wiene, nach dem Roman Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewski, K: Willy Goldberger, D: Grigori Chmara, Pawel Pawlow, Maria Kryschanowskaja, ca. 149' · 35 mm, nl. ZT + dt. UT Kann ein Mord gerechtfertigt sein? Der begabte Jurastudent Raskolnikow glaubt, dass er einer jener privilegierten Menschen sei, die für ihre ‚höheren' Ziele andere töten dürfen. Halb aus Verzweiflung, halb aus Überzeugung begeht er einen zweifachen Mord. Doch schon bald nach der Tat muss Raskolnikow feststellen, dass er seinen Schuldgefühlen nicht gewachsen ist. Die glänzende Adaption von Dostojewskis Werk steht der psychologisch sehr fein nuancierten Romanvorlage in nichts nach. Als „Wunderwerk filmischer Kunst“ und „wuchtiges Freskogemälde“ feierte die zeitgenössische Kritik den Film (Homunculos, Reichsfilmblatt, Nr. 29, 21.7.1923). Raskolnikow, dessen Schauspieler dem Moskauer Künstlertheater entstammten, ist nach Das Cabinet des Dr. Caligari und Genuine Wienes dritter expressionistischer Film. Die Inszenierung vereint auf faszinierende Weise das naturalistische, milieugerechte Spiel des Stanislawski-Systems, das das russische Schauspieler-Ensemble um den Star Grigori Chmara mitbrachte, mit dem expressionistischen Bühnenbild des Russen Andrei Andreew. (jk) DO 13.11. um 20 Uhr · Am Flügel: Günter A. Buchwald