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Der labyrinthisch angelegte Roman Die Handschrift von Saragossa von Jan Graf Potocki (1761-1815) gehört zu den großen Rätseln der Weltliteratur, gilt als ein Werk der Proto-Moderne, das seiner Zeit mindestens 100 Jahre voraus war. Andererseits wurzelt es in alten Mythen und Märchen, vor allem in den Geschichten aus 1001 Nacht. Wojciech Jerzy Has hat aus dem Stoff einen augenzwinkernden Monumentalfilm in zwei Teilen gemacht, mit Cybulski als Abenteurer, Forscher und Liebhaber namens Van Worden, der sich durch die unauflösbar ineinander verflochtenen Handlungsstränge kämpft. Was sich zunächst wie ein weiterer historischer Ausstattungsfilm anlässt, kippt sehr bald zum surrealen Traumspiel, das jegliche Bindungen an den Realismus, geschweige denn den sozialistischen, hinter sich lässt.

Als Geheimtipp hatte der Film weltweit zahlreiche prominente Fans, u.a. Luis Buñuel, Martin Scorsese oder Jerry Garcia, Kopf der psychedelischen Kultband Grateful Dead. Dem Film erging es zwischenzeitlich wie dem Manuskript: Er war nur in schlechten Kopien oder stark gekürzt im Umlauf, erst heute erstrahlt er wieder im dem ihm gebührenden Glanz. Einer der ganz großen Klassiker des polnischen Kinos! (cl)

Rękopis Znaleziony W Saragossa (The Saragossa Manuscript)

Vortrag von Marcin Maron

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