Direkt zum Seiteninhalt springen

Die vierte Regiearbeit des Schriftstellers Tadeusz Konwicki löste gespaltene Reaktionen aus. Bei der Premiere von Salto im Juni 1965 soll es Buh-Rufe gegeben haben, andererseits auch stürmischen Applaus. Heute ist das Werk längst als eines der wichtigsten Leistungen des polnischen Gegenwartskinos in den mittleren 1960er Jahren anerkannt. Die „vieldeutige Abrechnung mit Heldenmythen des Krieges und deren Fortleben“ (Lars Jockheck) führt den ambivalenten Helden in eine Kleinstadt und deren personellen Mikrokosmos. Der Mann, der da zu Beginn des Films vom Zug abspringt, nennt sich mal Kowalski, mal Malinowski. Cybulski spielt hier also einen polnischen „Jedermann“. Er trägt dazu sein seit Asche und Diamant eingeführtes Klischee-Outfit mit schwarzer Lederjacke und getönter Brille. Niemand erwartet ihn hier, während er behauptet, alle zu kennen. In einer Mischung aus Wunderheiler, Prophet und Scharlatan umgarnt er nach und nach das gesamte Gemeinwesen. Nichts an ihm ist echt – außer seine Alpträume, in denen er nacheinander von Partisanen, Nazis und Volksarmisten zur Hinrichtung abgeholt wird. Am Ende gibt Kowalski / Malinowski ein einzigartig choreografiertes Bacchanal, um dann wieder auf einen Zug aufzuspringen und zu verschwinden. (cl)

Weitere Termine

Zbigniew Cybulski, der Mann, der nicht ankam

Salto