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Uraufführung der von Frido ter Beek komponierten Musik, gespielt von Maud Nelissen (Flügel), Daphne Balvers (Sopran- & Altsaxophon) und Frido ter Beek (Alt- & Baritonsaxophon, Perkussion)

Gloria Swanson konnte alles. In Tragödien und Melodramen war sie die überlebensgroße Diva, in Ehekomödien die „Neue Frau“ und in turbulenten Slapstickfilmen ein Tollpatsch, stets biegsam und temperamentvoll. Schon mit 15 Jahren kam Swanson (1899-1983) zum Film. Sie war klein von Statur und wurde trotzdem einer der größten, bestbezahlten und mächtigsten Stars der 1920er-Jahre. In Stage Struck ist Swanson eine Bühnengöttin in extravaganter Aufmachung – und eine junge Kellnerin irgendwo in der Provinz, die unbedingt Schauspielerin werden will. Dafür scheut sie selbst Boxkämpfe nicht.

Die Geschichte ist dünn, doch die Umsetzung hinreißend, weil Swanson ihr humoristisches und parodistisches Talent ganz ausspielen kann: Kitsch und Komik, Alltagsleben und Kunstwelt prallen ohne einen Anflug von Didaktik aufeinander. Hollywoods Eskapismus wird zugleich lustvoll inszeniert und ausgelacht. Als Stage Struck unter dem Titel Theaterfimmel in Deutschland herauskam, sprachen die Kritiker von einer „Bombenrolle“. „Herrlich, wie Gloria Swanson die Photographierposen von Film- und Bühnenstars zu imitieren versucht und dadurch lächerlich macht. (…) Sie besitzt den grotesken Humor, die unerschöpflich variable Beweglichkeit des körperlichen Ausdrucks wie die großen amerikanischen Filmkomiker. Sie steht schon in ihrer äußeren Erscheinung außerhalb des langweiligen Normaltyps amerikanischer Filmschönheiten.“ (Berliner Börsen-Courier, 26.9.1926) (ps)