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Tanz auf dem Vulkan

D 1938, R: Hans Steinhoff, B: Hans Rehberg, Hans Steinhoff, Peter Hagen, K: Ewald Daub, D: Gustaf Gründgens, Ralph Arthur Roberts, Hans Leibelt, Theo Lingen, Sybille Schmitz, Gisela Uhlen, Hilde Hildebrand, 86‘ · 35 mm Vorprogramm: Gestern und heute (Wahlfilm Nr. 2) D 1938, R: Hans Steinhoff, M: Peter Kreuder, 11‘ · DVD Unter Filmhistorikern löste Tanz auf dem Vulkan Verwunderung aus, denn die frei erfundene Geschichte vom französischen Pantomimenkünstler und liebeskranken, traurigen Clown Pierrot Jean Gaspard Deburau (1796-1846), der als Revolutionär gegen das autoritäre System von Frankreichs diktatorischem König Karl X. kämpft und ihn in der Juli-Revolution von 1830 vom Thron stürzt, passt scheinbar so gar nicht in die deutsche politische Landschaft von 1938. Bei Hitler und Goebbels, der Tanz auf dem Vulkan stark kürzen ließ und die Uraufführung ohne große Werbung kurzfristig nach Stuttgart verlegte, löste er Irritation und Verärgerung aus. Doch die Sorge, der linientreue Regisseur könnte das NS-Establishment kritisieren, war unbegründet… Der Wahlfilm Gestern und heute entstand anlässlich der Abstimmung über die Notwendigkeit des „Anschlusses" Österreichs an das Deutsche Reich. Steinhoffs Film unterstreicht seinen dokumentarischen Charakter und Wahrheitsanspruch mit autoritärer Stimme in sieben aufeinander aufbauenden Sequenzen, in denen die wirtschaftliche, soziale, politische und militärische Misere Deutschlands während der Weimarer Republik den angeblich positiven Entwicklungen seit 1933 gegenübergestellt und ausschließlich der Führerpersönlichkeit Adolf Hitlers zugewiesen werden. Eine gefährlich gut gelungene, wirkungsvolle Propaganda-Montage. (hc) DI 25.2. um 20 Uhr · Mit Buchvorstellung: Horst Claus im Gespräch mit Rolf Aurich