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Walzerkrieg in Wien, zwischen Joseph Lanner und Johann Strauß (Paul Hörbiger und Adolf Wohlbrück, die um die Wette wienern). Oder steht doch die Liebesgeschichte zwischen Lanners Tochter Katti (Renate Müller) und ihrem trommelnden Gustl (Willy Fritsch) im Mittelpunkt, der wegen ihr seine Stelle verliert und zu Strauß überläuft? Die komplett in Babelsberg gedrehte Ufa-Produktion quillt geradezu über vor Musik und Wien-Klischees: „Walzermusik! Welche Fülle an Tönen, ein Jauchzen und Jubeln, ein Klingen und Singen – Walzer! (…) Es scheint manchmal, als ob an gewissen Höhepunkten der Rahmen der Leinwand bersten müsse, der Jubel und Trubel erreicht so starke Höhepunkte, dass der Beschauer vollkommen in den Bann gezogen, vergißt, daß er im Theater sitzt. Vom ersten Darsteller bis zum letzten Komparsen schien alles wie verzaubert, es war kein Spiel mehr – es war echtes Erleben! Von großer Innigkeit und lieblich anzuschauen Renate Müller als Katti. Wunderbar in ihrer Liebe zum Vater, und weiter in den seelischen Konflikten, in die sie getrieben wird, die sich aus ihrer Liebe zum Pauken-Gustl ergeben, der von Willy Fritsch gegeben wird.“ (Der Film, Nr. 41/1933) Für Regisseur Berger wie auch die Starautoren Liebmann und Müller ist es die Abschiedsvorstellung bei der Ufa, die vorauseilend vor den neuen Machthabern bereits im Frühjahr 1933 ihre exponiertesten als jüdisch geltenden Mitarbeiter entlässt. Berger und Müller überleben versteckt und im Exil, Liebmann wird 1943 in Auschwitz ermordet. (fl)

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"Man wird sich diesen Namen merken müssen, Müller"

Walzerkrieg