Sammelt Filme!
Die Sammlung Medical Humanities der Charité
Im Mittelpunkt unserer Reihe Sammelt Filme! stehen für gewöhnlich private und unabhängige Sammlungspraxen, die sich dem analog überlieferten Filmerbe verschreiben und der Initiative von Privatleuten oder Vereinen verdanken. Diese neue Ausgabe stellt ein vergleichsweise offiziöses Filmarchiv vor, die Sammlung des Berliner Krankenhauses Charité, die einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt sein dürfte. Warum wurde diese Sammlung angelegt? Wer arbeitete im Filmstudio der Charité? Für wen wurden die Filme produziert? Unser Gast Carolin Pommert, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Bibliothek & Sammlung Medical Humanities des Instituts für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité, wird uns helfen, diese und weitere Fragen zu beantworten.
Das Ost-Berliner Krankenhaus Charité verfügte zu DDR-Zeiten über ein eigenes Hochschulfilmstudio, das sich in den 1950er Jahren mehr und mehr professionalisierte und bis 1990 rund 430 medizinische Lehr-, Unterrichts- und Forschungsfilme vorlegte. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Hochschulfilm- und Bildstellen, den für Gesundheit und Volksaufklärung zuständigen Ministerien der DDR sowie den DEFA-Studios entstanden in den Kliniken der Charité ganz unterschiedliche Produktionen – zwischen Wissenschaft und populärer Aufklärung, Gebrauchswert und filmisch ambitioniertem Gestaltungswillen: Außen- und Innenansichten des großen Klinikkomplexes, Eindrücke vom medizinischen Alltag, von Operationen, Therapien und ungewöhnlichen Fernreisen zu Zeiten der DDR. Die fünf ausgewählten Filme unseres Programms stellen unterschiedliche Produktionen vor und veranschaulichen das Spektrum der Sammlung, manche Filme werden erstmals seit 1990 wieder zu sehen sein.
Bitte beachten Sie, dass in den Filmen teils detaillierte Aufnahmen von Operationen, das heißt Szenen mit Blut und medizinischen Instrumenten, enthalten sind.



