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Aufführung der von Maud Nelissen komponierten Musik, gespielt von Maud Nelissen (Flügel), Daphne Balvers (Sopransaxophon) und Frido ter Beek (Altsaxophon & Perkussion)

Eine Verkäuferin in einem Warenhaus angelt sich einen Millionär. Gespielt wird die junge Heldin von Clara Bow mit Witz und Sexappeal, etwas durchtrieben und kratzbürstig, auch romantisch, nie käuflich. Zusammen mit Colleen Moore war Clara Bow die reinste Verkörperung des Flappers auf der Leinwand und zog als wuschelköpfiges Energiebündel das Publikum millionenfach in die Kinos. Wenn sie mit großen Kulleraugen auch wie ein Püppchen aussah und ihren Partnern nur bis zur Brust reichte, so täuschte der erste Eindruck: Bow (1905-1965) spielte junge unverheiratete Frauen, die hart arbeiteten, um es noch oben zu schaffen. Im Hollywoodfilm der 1920er-Jahre erscheinen diese jungen Frauen oft als Konsumentinnen von Waren und vorgestanzten Fantasien, aber eben auch als Vertreterinnen einer neuen Weiblichkeit und Körperlichkeit, deren Kleidung und Habitus, Freude am Jazz und Lust am Tanzen sie so sehr von der älteren Generation unterschied.

Der Filmtitel It wurde zum geflügelten Wort und Clara Bow zum It-Girl schlechthin. Was damit gemeint war, wusste nicht einmal Elinor Glyn genau, die Bestsellerautorin und Kolumnistin, die den Begriff populär machte und auch im Film auftaucht. Dort ist von magnetischer Anziehungskraft die Rede – und die besaß Clara Bow im Überfluss. „Clara Bow hat eine Bombenrolle, die sie bis an die Grenzen der Möglichkeit und darüber hinaus ausschöpft (denn so führt sich schließlich ein anständiges Mädchen und mag sie den Schelm noch so sehr im Nacken haben, nicht auf). Bald Wildkatze, bald Schmeichlerin und immer keck und lustig spielt sie mit den Männern, die nichts anderes zu tun wissen, als ihr Eheanträge zu machen.“ (Vorwärts, 26.2.1929) (ps)