Direkt zum Seiteninhalt springen

Mit Bett fang an, mit Bett hör auf. Gemäß einem alten Komödienrezept hüpft zu Beginn ein kleiner Hund ins warme Bett zum Frauchen, das dann versehentlich auf einen Knopf drückt, der das Bett hochklappen lässt. Frau und Hund sind eingeklemmt, und Rettung muss her. Was folgt, ist ein einziges Verwirrspiel, das sich um Aufstiegschancen und außereheliche Eskapaden rankt. Zum Schluss liegt auch der Retter im Bett – ohne Hund. Im Mittelpunkt steht die Besitzerin des Nachtlokals „Die blaue Maus“, die kokett und pfiffig die Männer um ihre Finger wickelt. Gespielt wird sie vom kommenden Star Jenny Jugo (1904-2001), die auf und neben der Leinwand ein Idealbild des modernen, quicklebendigen, sportlichen Flappers war.

Die Internationalität dieses Frauentyps zeigt sich daran, dass er im deutschen Film der späten 1920er Jahre auch öfter von ausländischen Schauspielerinnen verkörpert wurde, besonders prominent von der Tschechin Anny Ondra, der Ungarin Käthe von Nagy und – heute ikonisch – der Amerikanerin Louise Brooks. Wie jammerschade, dass Brooks keine komischen Rollen bekam! Auch Jugo musste darauf warten. „Hier hat Jenny Jugo endlich einmal die Rolle, die sie braucht. In der sie ausgelassen wie ein Lausbub sein, lachen, lachen und wieder lachen kann, in der sie nach Herzenslust schelmisch und vergnügt sein darf“, jubelte Kurt Mühsam am 17. November 1928 in der B.Z. am Mittag. Das Ergebnis bei der Premiere: „Lachsalven und Heiterkeitsstürme, mehrere Vorhänge für Jugo (…). Die Quittung für den Erfolg.“ (Film-Kurier, 17.11.1928) Der Film ist nur in der englischsprachigen Exportfassung überliefert. (ps)

Begleitet von Nikolai Geršak am Flügel. Nikolai Geršak (Friedrichshafen) ist Kirchenmusiker, Komponist und Jazzmusiker. Er ist Organist an der weitbekannten Woehl-Orgel in der mittelalterlichen St. Nikolauskirche in Friedrichshafen und leitet neben vielen Konzerten die Internationale Orgelakademie Bodensee. Neben einem breiten Orgelrepertoire hat sich Nikolai Geršak als Improvisator im Jazzbereich und als Stummfilmbegleiter einen Namen gemacht.