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Einführung: Matthias Struch

„Statisten geben keine Interviews. Sie veröffentlichen keine Memoiren. Halb Mensch, halb Kulisse dürfen sie nicht mal darauf hoffen, gesehen zu werden.“ Eva Knopfs Essayfilm Majubs Reise rückt den Schwarzen Statisten Majub bin Adam Mohamed Hussein, in Deutschland Mohamed Husen genannt, in den Mittelpunkt. Knopfs Film ist Teil eines aufkeimenden Interesses für Schwarze Statisten im Kino der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Bereits 2007 hatte die Kölner Afrikanistin Marianne Bechhaus-Gerst ihr Buch Treu bis in den Tod publiziert, das erstmals Husseins Lebensgeschichte rekonstruiert. Ab 1934 arbeitete dieser als Statist, mehrmals auch in Kolonialfantasien des nationalsozialistischen Films, darunter Carl Peters. „Im August 1940 streift Majub zusammen mit Hans Albers durch den Bayrischen Mischwald – und spielt afrikanische Wildnis. Das Kolonialepos Carl Peters wird gedreht.“ (Kommentar Majubs Reise) Bei den Dreharbeiten zu Herbert Selpins Propagandafilm, bei denen auch kriegsgefangene tirailleurs (französische Kolonialtruppen) mitwirken mussten, lernte Hussein eine junge deutsche Schauspielerin kennen und lieben. Hussein wurde von der Gestapo verhaftet und drei Jahre später im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet. (ft)

Matthias Struch, Kunst- und Filmhistoriker, leitet im Deutschen Historischen Museum die Sammlungsbereiche Plakate und Postkarten.

Carl Peters


D 1941
35mm

R: Herbert Selpin, B: Ernst von Salomon, Walter Zerlett-Olfenius, Herbert Selpin, K: Franz Koch, M: Franz Doelle, D: Hans Albers, Mohamed Husen, 115'

Majubs Reise


D 2013
DCP

R/B: Eva Knopf, K: Rainer Hoffmann, S: Anne Glossmann, M: John Gürtler, Sprecherin: Jule Böwe, 48'