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In welcher Beziehung steht die etwa 500-jährige Geschichte des europäischen Kolonialismus, seine auf rassistischen Weltdeutungen, Eroberung, Gewaltanwendung und Ausbeutung fußende Herrschaftstradition zur kaum fünfjährigen nationalsozialistischen Gewaltherrschaft über Europa? Inwiefern lassen sie sich vergleichen? In welchen Aspekten sind sie grundverschieden? 

Die neue Ausstellung Umstrittene Verwandtschaft. Koloniale und nationalsozialistische Gewalt, die vom 16. Oktober 2026 bis zum 11. April 2027 im Deutschen Historischen Museum zu sehen ist, widmet sich der Geschichte eines Vergleichs. Sie beleuchtet zentrale Themenfelder der Debatte, stellt historische Quellen zeitgenössischen Deutungen gegenüber und untersucht die politische Verwendung der Parallelisierung von kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt.

Das Zeughauskino begleitet die Ausstellung mit einer internationalen Retrospektive, die Filme unterschiedlicher Herkunft und Anlage zusammenbringt. Die ältesten Beiträge der Reihe entstammen der Zeit des Nationalsozialismus, als dieser selbst im Kinosaal Kolonial- und Gewaltphantasien entwarf. Die meisten Filme nehmen jedoch eine kritische, reflexive Perspektive ein. Sie entstanden seit Mitte der 1980er Jahre in unterschiedlichen Zusammenhängen und Ländern. Gemeinsam ist ihnen eine Revision bisheriger Sichtweisen und Deutungen. Die Spiel- und Dokumentarfilme decken neue, bisher vernachlässigte Aspekte kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt auf und folgen überwiegend repräsentationskritischen Ideen: Eine Einladung zum filmhistorischen Studium einer umstrittenen Verwandtschaft, die das Zeughauskino im ersten Quartal 2027 fortsetzen wird.