
Eine deutsche Expedition forscht in Afrika verzweifelt nach einem Mittel gegen die Schlafkrankheit, als in Europa der Erste Weltkrieg ausbricht. Die Kampfhandlungen erreichen auch das Forschungsteam, dessen Labor von britischen Soldaten zerstört wird. Trotzdem gelingt es einem mutigen deutschen Tierfänger, die Forschungsergebnisse nach Deutschland zu retten, wo weiter an der Entwicklung eines Serums gearbeitet wird.
Germanin basiert auf einem Roman Hellmuth Ungers, der als Arzt und Schriftsteller die Ermordung von Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen mit vorbereitet hat. Bei seiner Produktion wurden Schwarze Kriegsgefangene gezwungen, als Statisten mitzuwirken, unter ihnen der Schauspieler Louis Brody, der einen „Häuptling“ spielt. In seinem Buch Die unheimliche Maschine, einer Analyse der Kolonialphantasien des deutschen Kinos, schreibt der Filmhistoriker Tobias Nagl zu Brodys Rolle: „In einer Schlüsselszene spricht (Louis) Brody (...) wehmütig über die Zeit der deutschen Kolonisation. In ihrem durchgehend anti-britischen Gestus waren diese Filme nicht so sehr an einer Rückgewinnung des einstigen deutschen Kolonialbesitzes in Afrika interessiert, sondern nahmen propagandistisch an einer imperialen Aufteilung der Welt teil, deren Front real in Europa verlief.“ (ft)
Rainer Rother ist Filmhistoriker und Kurator. Von 2006 bis 2025 war er Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek und Leiter der Retrospektive der Berlinale.
Germanin
- D 1943
- 35mm
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R: Max W. Kimmich, B: Hans Wolfgang Hillers, Max W. Kimmich, M: Theo Mackeben, D: Peter Petersen, Luis Trenker, Lotte Koch, Louis Brody, 92'