
Der Vorspann ist schon farbig, ansonsten ist der letzte Beitrag zur Edgar-Wallace-Reihe, den Harald Reinl inszenierte, auch der letzte Schwarzweiß-Film der Serie. Reinl, dessen Wallace-Krimis stets ein wenig düsterer und gewalttätiger ausfielen als die seiner Rialto-Kollegen, schwelgt noch einmal in der morbiden, halsabschneiderischen Atmosphäre des britischen Hochadels – diesmal geht es um Erbschleichereien im Umfeld eines todkranken Schlossherrn, Mädchenhändler, die es auf hübsche Internatsschülerinnen (eine davon: Uschi Glas in ihrer ersten Filmrolle) abgesehen haben, sowie, natürlich, den unheimlichen Mönch des Titels.
Und doch hat sich einiges verändert seit Reinls erstem Ausflug nach Wallace-Land. Peter Thomas’ kriminell eingängiger Jazz-Soundtrack steht in einem interessanten Kontrast zur freilich ohnehin bis auf die Knochen faulen aristokratischen Noblesse des Settings. Das Finale der wie stets mit einigen absurden Kapriolen versehenen Mörderjagd wiederum verlagert Reinl teilweise auf einen Londoner Schrottplatz – ein kalkulierter Stilbruch, der bereits auf die sehr viel gegenwartsgesättigteren Jerry-Cotton-Filme verweist, die Reinl wenig später drehen wird. (lf)
Der unheimliche Mönch
- BRD 1965
- 35mm
-
R: Harald Reinl, B: Joachim J. Bartsch, Fred Denger, K: Ernst W. Kalinke, D: Karin Dor, Harald Leipnitz, Siegfried Lowitz, Siegfried Schürenberg, Eddi Arent, Uschi Glas, 86’