Dienstag, 01. September 2026, 19.00 Uhr
Berlin, Berlin, Berlin & Die Sterne, die auf ihre Hütte lächeln

Auf Wohnungssuche lernte Briel 1969 die Operndiva Adelheid Pickert (1883-1972) und ihr kleines verwunschenes Gartenhaus in der Blüthgenstraße in Wilmersdorf kennen, in das er umgehend einzog – ein, wie der Mitbegründer des Schwulen Museums Wolfgang Theis schrieb, selbstverständlich gelebtes Beispiel für die „Solidargemeinschaft von Schwulen und exaltierten alten Frauen“. In seinem Film Berlin, Berlin, Berlin räumt Briel Adelheid Pickert und ihrer in der Vergangenheit mäandernden Gedankenwelt viel Raum zur Entfaltung ein: „Montage und filmische Komposition verschieben und inszenieren Adelheid Pickert dabei als Figur der Oper ihres eigenen Lebens. Am Ende bleibt kein geschlossenes Porträt der Sängerin, sondern eine Stimme. Eine Stimme, die summt, erzählt, abschweift und zurückkehrt und sich nur in Fragmenten vervollständigen lässt.“ (Emma Gebbeken in Die Bilderwelten des Jonatan Briel) Zugleich ist Berlin, Berlin, Berlin ein essayistischer Film über Spuren aus der Vergangenheit, das Berlin des Kaiserreichs und des Nationalsozialismus sowie die Gegenwart mit zwei der queeren Subkultur zugehörigen „Leder-Boys“ im Schatten der Berliner Mauer.
Gut zehn Jahre später montierte Briel aus seinen umfangreichen Tonaufnahmen mit Pickert das Hörspielporträt Die Sterne, die auf ihre Hütte lächeln. (fl)
Emma Gebbeken arbeitet in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln.
Berlin, Berlin, Berlin
- BRD 1970
- Digital SD
-
R/B/S: Jonatan Briel, K: Jörg Jeshel, D: Adelheid Pickert, Ronald Steckel, Andreas Merkel, 35‘
Die Sterne, die auf ihre Hütte lächeln (Hörspiel)
- BRD 1981
-
R/B: Jonatan Briel, 74′