Samstag, 05. September 2026, 18.00 Uhr
Jonatan Briel’s Lenz: eine deutsche Physiognomik

Mit einer filmgestalterischen Bildgewalt, die seinem Abschlussfilm Wie zwei fröhliche Luftschiffer ähnelt, behandelt Briel auch das literarische Sujet seines ersten langen Films nach dem Studium. Jonatan Briel’s Lenz: eine deutsche Physiognomik ist Auseinandersetzung mit Georg Büchners Novelle Lenz (1839) wie auch mit der Frage, was das tragische Schicksal der historischen Figur des Sturm-und-Drang-Dichters Jacob Michael Reinhold Lenz für die in Depressionen verfallene Post-68er-Epoche bedeutet.
Gleich vier Darsteller verkörpern die Hauptfigur in unterschiedlichen Handlungskontexten und Bewusstseinsstadien, unterbrochen von Porträtaufnahmen zumeist junger Männer, die, direkt in die Kamera blickend, über ihr Leben und die Relevanz von Lenz für die Gegenwart reflektieren. „Briels Kamera ist ein politisches Werkzeug zur Untersuchung des Menschen und der Gesellschaft,“ schreibt Ted Fendt in Die Bilderwelten des Jonatan Briel, die klassische Literatur dient ihm „als Sprungbrett für eine Auseinandersetzung mit der modernen Welt.“ (fl)
Ted Fendt ist Filmemacher, Übersetzer und Autor.
Jonatan Briel’s Lenz: Eine deutsche Physiognomik
- BRD 1971
- Digital SD
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BRD 1971, R/B: Jonatan Briel, nach der Novelle Lenz von Georg Büchner, K: Jörg Jeshel, D: Boris Piller, Ludwig Papenberg, Maria Milde, Krikor Melikyan, Jonatan Briel, Helene Briel, Adelheid Pickert, 98′