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Lesung und Gespräch mit Louis Breitsohl, Frederik Lang und Maja Roth

In Jonatan Briel Nachlass, der in der Deutschen Kinemathek archiviert ist, befinden sich Treatments, Drehbücher und Korrespondenzen zu Projekten, die Briel zu Lebzeiten nicht mehr umsetzen konnte. Darunter sind der Hölderlin-Stoff Untertänigst Scardanelli ebenso wie das Treatment zu Das Geheimnis, das von der queeren Emanzipation eines verheirateten deutschen Mannes in der New Yorker Lederszene handelt. Besonders ambitioniert wirkt ein Die doppelte Fremde betiteltes Drehbuch, das die Geschichte eines Bauchtänzers als Tour de Force erzählt, zwischen Arbeitsmigration, Varietékunst und der Auseinandersetzung mit Homosexualität im Islam. Für den Filmwissenschaftler Louis Breitsohl werfen Briels Entwürfe Fragen auf, die im Rahmen einer Lesung und eines Podiumsgesprächs diskutiert werden sollen: „Was geschieht mit den utopischen Entwürfen von Geschlechterverhältnissen und Beziehungsformen in den unverwirklichten Filmprojekten, wenn sie den Schreibtisch nie verlassen und die Kinoleinwand nie erreicht haben? Und auf welche Weise lassen sich Projekte beurteilen, deren Wirkung sich ausschließlich in der Vorstellung, im Entwurf oder im Archiv manifestiert?“ 

Im gleichnamigen Hörspiel erzählt Katja, bürgerlich Heinz K., alias die „Königin der Nacht“, aus ihrem bewegten Leben. (fl)

Louis Breitsohl promoviert an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit über historiografische Konstruktionen minoritärer Identitäten und Gemeinschaftsformen im zeitgenössischen queeren Kino. Maja Roth ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig. Frederik Lang ist Filmhistoriker, Kurator und Autor. 

Das Geheimnis


BRD 1978

B: Jonatan Briel

Untertänigst Scardanelli


BRD 1980/81

B: Jonatan Briel

Die doppelte Fremde


BRD 1983

B: Jonatan Briel

Katja (Hörspiel)


BRD 1985

R/B: Jonatan Briel, 64‘