Dienstag, 15. September 2026, 19.00 Uhr
Schloß Vogelöd

Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilme hatte Briel im Unterricht von Ulrich Gregor an der DFFB sowie in den von diesem mitorganisierten Veranstaltungen der Freunde der Deutschen Kinemathek kennengelernt. Besonders Murnaus Kammerspielfilm Schloß Vogelöd, eine Geschichte um Liebe, Mord und Selbstmord auf einem mysteriösen Schloss, diente Briel als Inspiration für seinen Kleist-Film Wie zwei fröhliche Luftschiffer. „Die symbolische Aufladung des Dekors, der unvermittelte Sprung von der Totalen in die Nahaufnahme sowie die eindringliche Hinwendung der Figuren zur Kamera“ sind Gestaltungsprinzipien beider Filme, wie Michael Wedel in Die Bilderwelten des Jonatan Briel schreibt. Ebenso finden sich Szenen, in denen „ein verhängnisvolles Geheimnis hütende Figurenpaare vor Panoramafenstern platziert werden, durch die entlaubtes Geäst mit seinen langen mageren Fingern ins Blickfeld gerät und das schleichende Gefühl einer diffusen Bedrohung verbreitet. Bei Murnau deuten sie auf Schuld und Verderben, bei Briel weist der Ausblick auf die Natur den Weg zur Befreiung.“ Die 2002 rekonstruierte farbenprächtige Virage von Schloß Vogelöd erinnert zudem an ein zentrales Gestaltungsprinzip von Briels letztem realisierten Film Glutmensch. (fl)
Michael Wedel ist Professor für Mediengeschichte an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Ekkehard Wölk ist Jazz- und Stummfilmpianist, Arrangeur und Komponist.
Schloß Vogelöd
- D 1921
- 35mm
- Stummfilm (deutsche ZT)
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R: Friedrich Wilhelm Murnau, B: Carl Mayer, K: Fritz Arno Wagner, László Schäffer, D: Arnold Korff, Lulu Korff-Kyser, Lotar Mehnert, 81′