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In rasant gefilmten, grimmigen und sorgfältig choreografierten Sequenzen erzählt John Hustons Heist-Film Noir einen Juwelenraub, ausklamüsert und vollstreckt von der klassischen Gruppe Verbrechensexperten (Tresorknacker, Fluchtwagenfahrer, Haudegen). Der mit Gewalt garnierte, fast wortlos durchgeführte Coup endet für die Gangster erwartungsgemäß, was der Spannung keinen Abbruch tut. Und auch so mancher Polizist hat Dreck am Stecken.                   Detailliert und ernst spielt Monroe Angela, die Liebhaberin eines Unterwelt-Anwalts (Louis Calhern), der sich als ihr „Onkel“ ausgibt und sie bei sich wohnen lässt. Die gemeinsamen, von dramatischer Beleuchtung und subtiler Psychologie geprägten Szenen zeigen die kaum unterdrückte Lust eines älteren Mannes gegenüber einer jüngeren Schutzbefohlenen – gierig betrachtet er sie, während sie schläft; als sie vor seinen Annäherungsversuchen ins Schlafzimmer flüchtet, behält er ihren zierlichen Pantoffel. Das Motiv der Frau als immerwährende Versuchung und Verhängnis zieht sich durch den gesamten, von Miklós Rózsa aufregend gescorten Film – einer der Gangster wird am Ende von der Polizei erwischt, weil er in einem Lokal sitzenbleibt, um einer wiederum viel jüngeren Frau beim Tanzen zuzugucken. (jz)

Asphalt Jungle