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Mit dieser an Orson Welles‘ Citizen Kane geschulten Arbeit schuf Wajda einen der mutigsten, weil konsequent die Mythen der Staatsideologie entlarvenden Filme des Ostblocks. Anhand der Journalistin Agnieszka und ihrer Recherchen, gespielt von der damals 24-jährigen Krystyna Janda, erfolgt eine vielschichtige Vivisektion der offiziellen Ikonografie, von den frühen 1950er Jahren bis in die Mittsiebziger hinein. 

Zunächst interessiert sich die junge Frau „nur“ für den Fall eines konkreten, während des Stalinismus emblematisch inszenierten sozialistischen Arbeiterhelden – wie es ihn damals in jedem Land unter Moskaus Einfluss gab. Bei ihren Recherchen stößt Agnieszka dann allerdings auf ein unentwirrbares Netz aus Widersprüchen, Lügen und Verdrehungen. Aus dem Puzzle geht die Gestalt eines noch sehr lebendigen Homunkulus hervor, eines „Homo sovieticus“ volkspolnischer Bauart, dessen Zentrum sich als leer erweist. Wajdas vielschichtiger, dabei ebenso selbstkritischer wie ironischer Film ist auch eine Studie über die Biegsamkeit des Bildermachens. „… auf allen Ebenen ein Meisterwerk: als politischer Schlüsselfilm, als leidenschaftliches Drama einer Suche, als Reflexion über das Kino.“ (Hans-C. Blumenberg, Die Zeit 08/1979) (cl)

Człowiek z marmuru