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Träume sind Schäume. Selten hat dies ein Film so eindrücklich veranschaulicht wie diese schelmische Dokumentation von Vit Klusák und Filip Remunda. Für ihren Abschlussfilm an der Prager Filmschule FAMU organisieren die zwei Studenten eine groß angelegte Marketingkampagne für ein riesiges Einkaufszentrum, genannt Hypermarkt, das mit Preisen wie zur Zeit des Kommunismus und provokanten Slogans wie „Nicht hingehen! Kein Geld ausgeben!“ lockt. Zur Eröffnung am 31. Mai 2023 strömen tausende Menschen auf eine grüne Wiese vor den Toren Prags, doch statt der erhofften Sonderangebote erhalten sie eine Lektion über die Manipulationsmacht der Medien: alles Fake, ein potemkinsches Einkaufsparadies, von dem nur eine Fassade steht. 

Dokumentarfilmer Michael Moore, der Český sen zu seinen Lieblingsfilmen zählt und in den USA zur Aufführung brachte, lobte ihn für seine kritische Auseinandersetzung mit der konsumorientierten Realität. Politisch ambivalent wird der Film jedoch wegen der gewiss nicht zufälligen Parallelität zwischen der Hypermarkt-Eröffnung und der Kampagne für das zwei Wochen danach stattfindende Referendum über den Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union. „Ich dachte, die Ära der Lügen sei vorbei“, meint einer der gefoppten Schnäppchenjäger wütend, „aber das ist sie nicht.“ (mo)

Grit Lemke ist Filmemacherin, Schriftstellerin und Kuratorin.

Český sen