Samstag, 22. August 2026, 19.00 Uhr
Prag, 21. August 1968

Der August 1968 in Prag war das Gegenstück zum Mai des gleichen Jahres in Paris. In der ČSSR ging in diesem Monat ein politischer Frühling zu Ende, der kurz zuvor hoffnungsfroh begonnen hatte. Truppen von fünf sogenannten Bruderstaaten – UdSSR, DDR, Polen, Ungarn, Bulgarien – marschieren in der Nacht zum 21. August in der Tschechoslowakei ein, um dem Experiment eines „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ den Garaus zu machen. Während die Führung des Landes unter Hausarrest gestellt wird, leisten Filmemacher an vorderster Front Widerstand – mit Kameras als ihren einzigen Waffen. Was dabei entstand, sind keine überlegt vorbereiteten Werke, sondern direkte Reaktionen, unmittelbare Reflexe, Bilder und Töne, in denen festgehalten werden sollte, was von Panzern gerade plattgewalzt wurde. Die fünf Filme des Programms Bilder des Widerstands– zum Teil klandestin aus dem tschechoslowakischen Armeefilmstudio heraus realisiert – erkunden auf je eigene Weise die Erschütterungen, die der Einmarsch in den Menschen hinterlassen hat: Verstummen, Ohnmacht, Wut und tastende Versuche, mit dem Geschehenen umzugehen. Das Kurzfilmprogramm endet mit Bildern vom Trauerzug für Jan Palach am 25. Januar 1969, die zu den beklemmendsten Dokumenten des tschechoslowakischen Kinos gehören. (re)
Andreas Kötzing ist Historiker, Kurator und Autor. Er arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden.
Dějiny na 8
R: Václav Táborsky, K: František Vlček, 12'
Čierni dni
R: Ladislav Kudelka, Milan Černák, Ctibor Kovač, Štefan Kamenický, K: Leopold Bródy, Pavel Čilek, Rudolf Ferko, Mikuláš Fodor, Vladimír Holloš, Oskár Šághy, 30‘
Lekce
R: Vladimir Drha, K: Karel Hložek, 15‘
34 ženy
R: Vladimir Drha, K: Karel Hložek, 11‘
Les
R: Ivan Balaďa, K: Juraj Šajmovič, Ivan Koudelka, Karel Hložek, Ivan Vojnar, 12‘