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Einführung: Rastislav Steranka

Der slowakische Offizier Vladimir Dabač, der an der Seite der Deutschen Wehrmacht an der Ostfront dient, kehrt im Sommer 1944 von der Ukraine nach Hause zurück. Als ein dem Widerstand bezichtigtes Dorf ausgelöscht werden soll, wechselt er die Seiten und schließt sich dem bewaffneten Slowakischen Nationalaufstand (SNP) an. Ein Jahr vor Kriegsende sollen unter dem Eindruck der Gräueltaten der Nationalsozialisten die besetzten Gebiete befreit und das Marionettenregime des Kollaborateurs Jozef Tiso gestürzt werden. Dabač kämpft fortan nicht nur gegen die Besatzer, sondern auch gegen seine inneren Dämonen. 

Der frühere Theaterregisseur und Dokumentarist Pal’o Bielik drehte mit Kapitán Dabač einen populären Klassiker des slowakischen Partisanenkinos, der seinen Protagonisten in einen persönlichen Krieg im Krieg schickt. Im Zentrum steht kein strahlender antifaschistischer Held, sondern ein ambivalent gezeichneter Charakter voller Schwächen und seelischer Narben. Kann man seine dunkle Vergangenheit, selbst wenn man nun für die richtige Seite kämpft, vor sich selbst verantworten? Vielleicht erst wenn man wie Dabač in der wohl bekanntesten Szene des Films alle Kollaborateure vor dem Maschinengewehr versammelt. (mp)

Rastislav Steranka ist Direktor des Nationalen Kinematografischen Zentrums am Slowakischen Filminstitut und arbeitet auch als Autor und Übersetzer. 

Kapitán Dabač