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Der Unbekannte auf dem OP-Tisch, über dessen Identität Arzt und Schwester rätseln, röchelt nur mehr, jammert vor Schmerzen wegen seiner verbrannten Hände. Er wird von schwerem Fieber geschüttelt. Ist diese Anfangsszene von Krakatit

Wirklichkeit oder nur Teil des Deliriums, dem wir die nächsten 100 Minuten in verstörenden Bildwelten folgen? Verwirrend sind auch die drei Zeitebenen – Realität, Erinnerungen an Geschehenes, eine angsterfüllte Zukunftsparanoia –, in denen die unfassbare Geschichte des Protagonisten vor uns ausgebreitet wird: Der lautere Wissenschaftler Prokop hat einen Sprengstoff erfunden, den ihm korrupte Politiker abjagen wollen, um mit dem hochexplosiven Krakatit die Welt zu beherrschen. Dafür hetzen sie nicht nur kaltblütige Gangster auf ihn, sondern auch eine Spionin in Gestalt einer zwielichtigen Prinzessin, die ihn zum Verrat der Formel verführen soll. Der Großmeister des tschechoslowakischen Kinos Otakar Vávra hat diese Fieberfantasie – nach Karel Čapeks gleichnamigem Science-Fiction-Roman von 1924 – in ein Kaleidoskop verpackt, stets changierend zwischen dem, was gerade wirklich passiert, und dem, was schon geschah. Das Leben ein Traum – über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Die Gefahren einer atomaren Bedrohung thematisiert der hochaktuelle Vorfilm Sál ztracených kroků durch dokumentarische Aufnahmen aus Kriegsgebieten wie narrative Alltags-Szenen aus einer Prager Bahnhofshalle voller Reisender. (bm)

Krakatit


ČSR 1948
DCP
OmU

R: Otakar Vávra, B: Otakar Vávra, Jaroslav R. Vávra, nach dem Roman von Karel Čapek (1924), K: Václav Hanuš, D: Karel Höger, Florence Marly, František Smolík, Nataša Tanská, Miroslav Homola, Jiří Plachý, Eduard Linkers, 101'

Sál ztracených kroků


ČSSR 1961
DCP
OmeU

R/K: Jaromil Jireš, B: Jaromil Jireš, Juraj Jakubisko, D: Ladislava Nováková, Petr Trnka, Helga Čočková, 12'