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In seinem vorletzten Bühnenstück bedient sich Karel Čapek, dessen Vater Arzt war, einer tödlichen Seuche als Metapher für Kriegshetze und Nationalsozialismus. Anfang 1937 in Prag uraufgeführt, erwies sich der Stoff von brennender Aktualität, so dass Bílá nemoc bereits im selben Jahr auch verfilmt wurde.

Hugo Haas, der aus Brünn stammende Regisseur und Publikumsliebling, adaptierte das Stück und übernahm neben der Inszenierung gleich auch selbst die Hauptrolle: Doktor Galén, ein idealistischer Armenarzt, hat ein hochwirksames Serum gegen die Weiße Krankheit entwickelt. Allerdings weigert er sich, dessen Zusammensetzung preiszugeben oder die Reichen und Mächtigen der Welt damit zu behandeln, solange diese nicht von ihren Vernichtungsplänen ablassen. „So eine kleine Nation“, poltert der Marschall, seines Zeichens oberster Kriegstreiber, „hat gar kein Recht auf Leben.“ Die Analogie zu Hitler und die Anspielung auf die Tschechoslowakei sind offensichtlich.

Der Begleitfilm Továrna na iluse gewährt Einblick hinter die Kulissen der Barrandov-Studios und zeigt unter anderem die Arbeit an Bílá nemoc: Gerade wird eine dramatische Massenszene mit 500 Statisten gedreht, in der der Marschall seine Kriegserklärung verkündet. (mo)

Bílá nemoc


ČSR 1937
DCP
OmU

R: Hugo Haas, B: Hugo Haas nach dem Drama von Karel Čapek (1937), K: Otto Heller, D: Hugo Haas, Zdeněk Štěpánek, Karla Oličová, Bedřich Karen, 105

Továrna na iluse


ČSR 1937/38
DCP
OmU

R/B: Jiří Weiss, K: Václav Hanuš, 11’