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Merkwürdig zieht uns dieses psychologische Drama rund um einen sich langweilenden deutschen KZ-Kommandanten durch die nüchtern-brillante Regie Peter Solans und die visuell fesselnde Kameraarbeit Tibor Biaths in seinen Bann. Die unzählig Leidenden im Lager, die er unter Aufsicht hat, das sinnlose Morden und Sterben blendet der eitle Egomane völlig aus, setzt dafür das Boxtraining am Sandsack in seinem für ihn faden „Alltag“ als absoluten Fixpunkt. So baut der Kommandant einen nach einem Fluchtversuch bereits zum Tode verurteilten tschechischen Insassen, den ehemaligen Boxer Kominek, zu einem Sparringpartner auf, der ihn, wenn er ihn dann vor Publikum niederringt, glänzen lassen soll. Doch der mit Sonderzuteilungen aufgepäppelte Gegner besiegt – welch Affront! – seinen Peiniger. Die Lagergemeinschaft misstraut dem bevorzugt Behandelten, erst ein Trainingskamerad Komineks kann sie umstimmen, indem er auf dessen eminente Rolle bei einem geplanten Ausbruchsversuch hinweist. Boxer a smrt' spricht vom Grauen der Vernichtungspolitik der Nazis, von erschütternden menschlichen Abgründen, aber auch von Solidarität und Widerstandskraft. Aufregend Štefan Kvietik als Kominek und – ebenso beeindruckend – der junge Manfred Krug. (bm)

Michael Omasta ist Filmhistoriker und Redakteur der Wiener Wochenzeitung Falter.

Boxer a smrt'

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