
Fechners Opus magnum dreht sich um den Prozess, der von 1975 bis 1981 vor dem Landgericht Düsseldorf gegen einige Mitglieder der Wachmannschaft des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek geführt wurde. Der Monstrosität der NS-Verbrechen und dem angesichts dessen hilflos wirkenden Versuch, sie (skandalös spät) juristisch zu ahnden, begegnete Fechner mit seiner bewährten Methode: Er ließ Beobachter und Beteiligte des Prozesses vor seiner Kamera reden und montierte die Aussagen mit teils schnellen Schnitten, einander ergänzend oder kontrastierend, aber ohne verbalen Kommentar. Von besonderem Interesse für ihn war dabei das Verhalten der Angeklagten zur NS-Zeit wie auch später: vor allem das Mitmachen, das Lügen und der Selbstbetrug.
Als der aus drei abendfüllenden Teilen („Anklage“, „Beweisaufnahme“, „Urteile“) bestehende Film nach rund acht Jahren fertiggestellt war, hatte in der deutschen TV-Landschaft ein grundlegender Wandel eingesetzt: Die öffentlich-rechtlichen Sender sahen sich nicht mehr nur politischem Druck ausgesetzt, sondern auch der Konkurrenz durch das Anfang 1984 gestartete kommerzielle Fernsehen, dem sie sich zunehmend anzupassen begannen. Der NDR entschied, Der Prozeß Ende 1984 nur in seinem dritten Programm erstzusenden. Später wurde er doch noch im ersten gezeigt, ist danach aber aus der Öffentlichkeit und ihrem Bewusstsein weitgehend verschwunden. (gym)
Der Prozeß
- BRD 1984
- Digital SD
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R/B: Eberhard Fechner, K: Frank Arnold, Nils-Peter Mahlau, Bernd Schofeld, drei Teile: 89' + 92' + 88'