Direkt zum Seiteninhalt springen
Einführung: Tilman Schumacher

Ein Film der Superlative: erster Farbfilm der deutschen Nachkriegszeit, erster Heimatfilm der jungen BRD, gemessen an seinen 16 Millionen Zuschauer*innen gar der bisher erfolgreichste deutsche Film. Seine Aufführung gleicht einem Paukenschlag, Schwarzwaldmädel ist die Blaupause des Nachkriegsheimatfilms. Seinen Mustern folgen in den 1950er Jahren zahllose Filme. 

Der katholische Filmdienst hat Verständnis für diese Erfolgsgeschichte: „Daß dieser erste neue deutsche Farbfilm sich zu einem so großen Publikumserfolg auswächst, ist nicht verwunderlich – verfährt er doch nach dem unfehlbaren Rezept: ‚Für jeden etwas‘. Für Naturliebhaber gibt es Landschaften wie aus dem Bilderbuch, Musikfreunde dürfen bald im Chorgesang, bald in Tschintara schwelgen, und wer sich am Tanze laben will, bekommt von der Eisrevue bis zum Trachtentanz am Cäcilienfest allerlei geboten. (…) Das Publikum flüchtet aus der harten Realität hypervergnügt in die farbigen Traumgefilde. Warum nicht?“ (3.11.1950)

„Warum nicht“, diese Antwort würden weite Teile der hiesigen Filmkritik und ‑historiografie und vor allem die kritischen Heimatfilmer des Neuen Deutschen Films keineswegs geben. Für sie sind Filme wie Schwarzwaldmädel purer Eskapismus, ein verlogen farbenfroher Spaß ohne Sinn und Verstand. Dabei bespiegelt die Filmhandlung doch ganz clever ihre eigenen Projektionen: Wie so oft sind es gerade die Städter, die sich vom Land die heilste Welt erhoffen. (ts)

Schwarzwaldmädel