
„Der Teufel hat sich hier bei uns eing‘schlichen”, weiß die alte Bäuerin. Auf dem von archaischer Männlichkeit dominierten Berghof, auf dem sie ihr Leben verbracht hat, bricht die Hölle los, als eine junge Romni von einem geistig eingeschränken Sprössling der Bauernfamilie umgebracht wird. Es wird nicht bei einer Leiche bleiben. Wo andere revisionistische Anti-Heimatfilme mit dem Florett der kritischen Theorie fechten, schwingt Ernst Ritter von Theumer beherzt den rostigen Säbel des Exploitationkinos.
Nicht nur im Werk des sonst vor allem als Produzent argloser Unterhaltungsfilme tätigen Theumer ist Die Totenschmecker ein Unikat: ein Film, der gleichzeitig aufgeklärt und ungehobelt ist; mehr noch: der möglicherweise gerade in seiner Ungehobeltheit aufgeklärt ist. Denn über die hoffnungslos verrohte Welt, in der Die Totenschmecker spielt, einen geschmackvollen Film zu drehen, hieße, etwas Entscheidendes an ihr zu verfehlen. (lf)
Die Totenschmecker
- BRD 1978
- 35mm
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R/B: Ernst Ritter von Theumer, K: Joe Stemmer, D: William Berger, Herb Andress, Hedwig Blum, Peter Jacob, Maria Beck, 85'