
Ein Vorteil soziokultureller Klischees besteht darin, dass man sie miteinander kombinieren kann – im Unterhaltungskino mit Vorliebe für komödiantische Zwecke. In Drei Schwedinnen in Oberbayern trifft das Versprechen skandinavischer Libertinage auf krachlederne, urdeutsche Rustikalität. Konkret hofft Wirt Otto Gruber (Gianni Garko), dass die Reize dreier Blondinen, die er in Stockholm aufgegabelt hat, seinem darbenden Hotel „Zur Post“ zu neuer Blüte verhelfen werden.
Drei Schwedinnen in Oberbayern gehört zu jenen schlüpfrigen Lustspielen, die der Unterhaltungsfilm und -fernseh-Routinier Sigi Rothemund am Anfang seiner Karriere unter dem Pseudonym Siggi Götz inszenierte und auf die er in späteren, distinguierteren Jahren nicht mehr allzu gern angesprochen wurde. Tatsächlich jedoch erweist sich der Regisseur bereits in diesem Frühwerk als passionierter Komödienhandwerker. Den libidinösen Unfrieden, den die nordischen Invasorinnen in Oberbayern stiften, inszeniert er mit Schwung und Präzision als Pointendauerfeuer. Meilenweit über dem graubrotigen Normalmaß des Genres. (lf)
Drei Schwedinnen in Oberbayern
- BRD 1977
- 35mm
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R: Sigi Rothemund (als Siggi Götz), B: Erich Tomek, Sigi Rothemund, K: Franz X. Lederle, D: Gianni Garko, Beate Hasenau, Inge Filleböck, Ann Lündell, Uschi Russegger, 93'