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Einführung: Johannes von Moltke

Jan Eckmann (John van Dreelen) aus Hamburg sucht die Ruhe und möchte ein Haus in der Lüneburger Heide erwerben. Dessen Besitzerin Elena Berg (Elke Hart) verhält sich bei der Besichtigung ihres Anwesens äußerst eigenartig – und schlägt Jan in ihren Bann. Es ist, als würde er aus seinem eigenen Leben herausfallen und Kontakt aufnehmen mit einer anderen, älteren Zeit. 

Niklaus Schilling, ein in der Schweiz geborener Filmemacher, der im Umfeld der Münchner Gruppe zum Kino fand, übersetzt in seinem ersten Langfilm die literarische Tradition der Dunklen Romantik in samtene, traumartig entschleunigte Filmbilder; und schreibt sich damit ein in eine so überschaubare wie eindrucksvolle Traditionslinie des deutschen Kinos, zu der unter anderem Carl Theodor Dreyers Vampyr (1932), Frank Wysbars Fährmann Maria (1936) und Hans H. Königs düsterer Heimatfilmklassiker Rosen blühen auf dem Heidegrab (1952) – die beiden letzteren ebenfalls in der Lüneburger Heide gedreht – zählen. „Horror und Vampirmotive, Todessehnsucht und Liebestod: Schilling verdichtet das zugleich zu einem Exkurs über das Erzählen einer Geschichte im Film.“ (Die Zeit, 4/1973) (lf)

Johannes von Moltke ist Professor of German Studies and Film, Media & Television an der University of Michigan und Autor der film- und kulturhistorischen Studie No Place Like Home. Locations of Heimat in German Cinema (2005).

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