Samstag, 28. November 2026, 18.00 Uhr
Jaider – Der einsame Jäger

„Der Pariser Mai 1968 war schon weit weg, unsere Studentenrevolte war versandet und es gab noch Vietnam. Der Autorenfilm war in eine Krise geraten. Wir hatten zu wenig Publikum. Wir suchten nach einem neuen Erzählkino und kamen auf den Heimatfilm. Bis dahin das erfolgreichste deutsche Kinogenre. Eine willkommene Lüge über die heile Welt. Wir nahmen das Genre und seine Mythen und stellten sie auf den Kopf, bis das Blut kam. Für uns wurde Heimat der Boden für Rebellen, Märtyrer, Aufbegehrer, Nonkonformisten, Außenseiter.“ (Volker Vogeler, 1981) Der historisch verbriefte Anarchist und Volksheld Georg Jennerwein, Jaider genannt, ist einer jener Rebellen, Aufbegehrer, Außenseiter. Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 kehrt er in seine bayerische Heimat zurück, doch gibt es nirgends Arbeit. Jennerwein wird zum Wildererkönig und scharrt eine Bande Gleichgesinnter um sich, die von Baptist Meyer und dem ihm unterstehenden Militär gejagt wird.
War im klassischen Heimatfilm die Natur ein Hort nostalgischer Gefühle, so wird sie in Jaider zum Schauplatz der Gewalt. Mittendrin das statuenhafte Gesicht des späteren Fassbinder-Darstellers Gottfried John (Jaider) – und seine amerikanische Winchester. „Bajuwaro-Western“, ein „Django in den Alpen“ titelte die damalige Presse. (ts)
Jaider – Der einsame Jäger
- BRD 1971
- 35mm
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R: Volker Vogeler, B: Ulf Miehe, Volker Vogeler, K: Gérard Vandenberg, D: Gottfried John, Rolf Zacher, Sigi Graue, Louis Waldon, Johannes Schaaf, Arthur Brauss, 94'