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Das Groteske im Alltäglichen zu entdecken, ist eine Spezialität des Regisseurs Manfred Stelzer. Widmete er sich in dem gemeinsam mit Johannes Flütsch inszenierten Dokumentarfilm Monarch (1979) und dem Spielfilm Perle der Karibik (1981) einem randständig-urbanen Milieu, zieht es ihn in Himmelsheim in die fränkische Provinz. Im titelgebenden Nest ist die Großstadt nur ein ferner (Alp‑)Traum, und der geplante Eisenbahntunnel nahe der Ortschaft, der die Bevölkerung auf Trab hält, wird daran auch nichts ändern; schließlich sollen in Himmelsheim gar keine Züge halten – dafür gibt es jetzt jedoch jede Menge Lärm und Dreck, gegen den sich langsam aber sicher Widerstand formiert. 

Stelzer legt Himmelsheim als eine Mischung aus Anti- und Neo-Heimatfilm an: der kritische Impetus ist unübersehbar und schließt insbesondere an die Ökologiebewegung der 1980er Jahre an; gleichzeitig aber ist der Film eine Liebeserklärung an die sture fränkische Lebensart und schlägt in seinem wohlwollenden Blick auf Provinzschrulligkeiten den Bogen zu jüngeren Heimatfilm-Wiederbelebungsversuchen wie den Eberhofer-Krimis. (lf)

Himmelsheim