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Ein heute vergessener Film: Mit Sufferloh – Von heiliger Lieb und Trutz legte der zwischen Wiener Aktionismus und neo-avantgardistischen Nischen des bundesdeutschen Polit-68er-Kinos pendelnde Regieeigenbrötler Hans-Christof-Stenzel (1935-2019) 1979 einen aberwitzigen, mitunter ätzenden Heimatfilm vor. 

Der berühmten Groteske von Cervantes‘ Don Quijote nicht unähnlich, ziehen zwei Deppen durch die Lande und machen sich ihren eigenen Reim aufs Bajuwarische. Die selbstauferlegte Mission des fragwürdigen Pilgerers Bullerer und seines minderjährigen Klugscheißergefährten Mütze: Einen Goldfisch in der Isar ertränken – doch wo ist sie? – und eine Reliquie, die einem Büstenhalter gleicht, mit allen Ehren beizusetzen. Dabei führt der Weg der beiden ins titelgebende Sufferloh, wo sich die BH-Besitzerin Jungfrau Maria, weltlich Martina, aufhält. 

Sufferloh – Von heiliger Lieb und Trutz ist eine Ansammlung absurder Vignetten statt eine kohärente Erzählung. „Blasphemische und surrealer Scherze [bestimmen] diesen kaum einzuordnenden und nicht zuletzt deswegen so schönen Film“ (Kulturjournalist Peter Hajek), der sich damit nahtlos ins provokante Bürgerschreckkino Stenzels einreiht. (ts)

Sufferloh – Von heiliger Lieb und Trutz


BRD 1979
35mm

R: Hans-Christof Stenzel, B: Hans-Christof Stenzel, Karl-Günther Hufnagel, K: Paco Joán, D: Michael Lagenbeck, Sando Hauth, Martina Winkelbach, Susanne Baer, Herbert Berent, 81'

Trailershow (2) mit Filmen der Retrospektive "Heim Weh"


BRD 1970er und 1980er Jahre
35mm

ca. 10'

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