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Einführung zu "Grün ist die Heide" im voranstehenden Programm "Das Lustschloss im Spessart": Felix Mende

„Auf der Lüneburger Heide, 
In dem wunderschönen Land,
Ging ich auf und ging ich unter,
Allerlei am Weg ich fand.
Valleri, vallera, und juchheirassa, und juchheirassa,
Bester Schatz, bester Schatz, denn du weißt, du weißt es ja.“

Beim beschwingten Trällern der Zeilen des Heidedichters Hermann Löns wird Norbert (Schlagerstargrinsebacke Roy Black) von seinen Kumpels Bernie (Rainer Rudolph) und Möps (Peter Millowitsch) begleitet. Wie diese sucht Norbert eine Auszeit von der Stadt und den Frauen. Und so gründet das Männertrio noch vor Abreise einen „Club der Enthaltsamen“, der bloß „Natur und Romantik, einfaches Leben, Ruhe und Beschaulichkeit“ im Sinn hat. Doch schon auf der Zugfahrt in die Heide können sie das Flirten nicht lassen.

Was an die Stories zeittypischer Lederhosenfilme oder Buddy Comedies französischer oder italienischer Provenienz erinnert, ist letztlich ein eher keusch geratener Spaß. Grün ist die Heide bietet – trotz eines für den klassischen Heimatfilm nicht untypischen erotischen Untertons – Kino für die ganze Familie. Mit einem Mix aus Schlager- und Heimatfilm knüpften Regisseur Harald Reinl und skurrilerweise der vormalige Produzent des Jungen Deutschen Films Rob Houwer an die immens erfolgreiche westdeutsche Unterhaltungsfilmtradition der 1950er Jahre an, die Reinl zusammen mit Kollegen wie Hans Deppe geprägt hatte. (ts)

Grün ist die Heide


BRD 1972
35mm

R: Harald Reinl, B; Michael Haller, Michael Wildberger, K: Karl Löb, D: Roy Black, Monika Lundi, Rainer Rudolph, Peter Millowitsch, Eddi Arent, Jutta Speidel, 86'