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Ermanno Olmis Opus magnum ist in der Lombardei des späten 19. Jahrhunderts angesiedelt. In jeder Einstellung spürt man die Armut und Würde der Bäuerinnen und Bauern, die im sogenannten Mezzadria-System als Halbpächter ums Überleben schuften. Ihre Abgabe besteht aus Ernteeinkünften, was sie grausam abhängig macht. Als der Schuh seines Sohnes entzweibricht, entscheidet sich ein Landwirt, illegal einen Baum zu fällen, um einen neuen Schuh herzustellen. Ein fataler Akt, dessen Konsequenzen mit stoischer Leidensfähigkeit ertragen werden. Olmi widmet sich dieser Welt mit Erhabenheit. Musik von Johann Sebastian Bach und eine betörend schöne Ästhetik erzeugen Noblesse im Moder. Trotzdem idealisiert der Film keineswegs. Olmi, der den Film gegen alle Regeln des italienischen Kinobetriebs im Bergamasker Dialekt umsetzte, zeigt das Elend schonungslos. Es ist ihm nur ein Anliegen, dass man nicht mitleidig auf historische Ungerechtigkeiten blickt, sondern mit moralischen Werten konfrontiert wird, die auch das Leben heute bereichern können. (ph) 

Dank an das Istituto Luce Cinecittà.

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