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Einführung: Theodor Frisorger

Vier Filmemacher erhalten vom Sender Freies Berlin (SFB) die Aufgabe, jeweils einen Kurzfilm über das Prosagedicht Der schlechte Glaser (Le mauvais vitrier, 1862) von Charles Baudelaire zu drehen. Jonatan Briel fasst das ihm gestellte Thema als eine Art Fingerübung für die Zusammenarbeit mit Kameramann Skip Norman und Hauptdarsteller Werner Brunn auf, mit denen er bereits den langen Spielfilm Glutmensch (1975) vorbereitet. Brunn spielt einen Dandy, der aus lauter „Ennui, der phlegmatischen Tatenlosigkeit und qualvollen Fäulnis, an der das Ich zu leiden hat“ (Theodor Frisorger in Die Bilderwelten des Jonatan Briel) einen Straßenkehrer entführt und sich symbolisch an ihm vergreift. Dabei bedient sich Briel erneut visueller Strategien der US-amerikanischen Avantgarde, vor allem jener ästhetizistischen Spielart, die Susan Sontag Camp genannt hat.

Teil des SFB-Auftrags ist ein Treffen der Regisseure im Fernsehstudio, bei dem diese ihre Literaturverfilmungen diskutieren sollen. Für Volker Pantenburg gehört diese von wechselseitigen Vorwürfen der Konventionalität gespickte Gesprächsrunde „nicht zuletzt aufgrund der notorischen Streitlust Vlado Kristls zu den denkwürdigen TV-Momenten der 1970er Jahre.“ (fl)

Theodor Frisorger ist Filmwissenschaftler und promoviert an der Ruhr-Universität Bochum zu Setfotografien und der visuellen Kultur der Filmarbeit. 

Literaturverfilmung

Ein sonderbarer Fall von Liebe

Brunner ist dran

Der gute Dichter und der schlechte Glaser

sowie Diskussion der Regisseure im Fernsehstudio