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Ein Regenbogen begleitet George Loomis (Joseph Cotton), der in den ersten Szenen dieses Dramas an den Niagarafällen herumstromert und von seinem Schicksal erzählt. Jenes Schicksal liegt – in vollem Make-Up – rauchend und unter der Decke erahnbar nackt in einer pittoresken Ferienhütte und stellt sich schlafend: Loomis Ehefrau Rose (Marilyn Monroe), die ihren Mann später in einem ihrer Signature Dresses und vor den Augen der pausbäckigen Neuvermählten aus der Nachbarhütte zur Weißglut bringt – während sie hinter seinem Rücken mithilfe ihres Liebhabers längst seinen Tod plant. Doch es kommt anders – wenn auch keinesfalls besser für Rose.

Cotton ist zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 21 Jahre älter als Monroe, er trägt also einen Hauch des prototypischen Daddy mit in den klassischen Film Noir-Plot. Der Wasserfall rauscht symbolisch für die Kraft der körperlichen Leidenschaft, und damit für Rose, das ewig Weibliche, das George hinan – in diesem Fall „hinab“ zieht. Marilyn Monroe spielte in Niagara das erste und einzige Mal eine echte, zu 100 Prozent böswillige Femme Fatale. Der Blick auf sie ist durchgehend ein begehrlicher, das wird vor allem in einer Szene deutlich, in der die Kamera gierig an ihr und ihrem Gang haften bleibt, während sie eine lange Straße entlanggeht. (jz)

Niagara

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