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Ein Drama zwischen zwei jungen Leuten in einer immer noch stark vom Zweiten Weltkrieg geprägten urbanen Szenerie: Er (Cybulski) drängt seine Geliebte zu einer ersten Liebesnacht. Sie (Sonja Ziemann) sträubt sich lange, gibt sich dann aber im Trunk einem Fremden hin. Als Co-Produktion mit Arthur Brauners CCC-Film nach einem Buch von Marek Hłasko entstanden, erblickte dieser Film erst 25 Jahre nach den Dreharbeiten das Licht der polnischen Öffentlichkeit; wenige Wochen nach Ende des Kriegsrechts. Ein sperriges Werk, das nachvollziehbar allen Erwartungshaltungen entgegenlief. Sowohl Szenerie als auch Plot waren viel zu düster und kompliziert, um als Star-Vehikel für die aufstrebende, bundesdeutsche Darstellerin Sonia Ziemann (die wenig später Hłasko heiratete) zu dienen. Und auch als Zeugnis des volkspolnischen Aufbau-Elans taugte das Werk offenbar nicht. Heute erweist es sich in vielen Details als sehenswert, wenn auch nicht als Ganzes durchweg gelungen. Aber gerade durch seine Heterogenität entfaltet sich ein starker Reiz; und wenn mitten im Film das beklemmende Schwarzweiß plötzlich zu Bonbonfarben wechselt, kommt sogar eine psychedelische Note ins Spiel. (cl)

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