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Einführung zu "Pudelnackt in Oberbayern" im vorangehenden Programm "Jagdszenen in Niederbayern": Tilman Schumacher

Frech, jung und aus der Stadt ist Irene Lenz (Ini Assmann), die neue, für Aufsehen vor allem unter dem männlichen Teil der lokalen Bevölkerung sorgende Kellnerin im Gasthaus „Zur Post Metzgerei“. Der klassische Heimatfilm der 1950er Jahre hätte einer Frau wie Irene die urbanen Flausen ausgetrieben und bodenständige, ländliche Familienmoral triumphieren lassen. Doch die Zeiten haben sich geändert. 

Zwar schaut das von Routinier Hans Albin wertkonservativ vor allem in Wirtshaus-Interieurs und zünftigen Dorfkulissen inszenierte, mit allerlei Heimatfilm-Veteranen besetzte Lustspiel gar nicht so anders aus als die klamaukigeren Genrevertreter der 1950er Jahre – allzu viele pudelnackte Sensationen sollte man nicht erwarten. Das Drehbuch allerdings stammt von Hans Billian, einem der zentralen Wegbereiter der Sexwelle. Seine Geschichte entfesselt in Oberkreuzberg (das in der echten Welt nicht in Ober-, sondern in Niederbayern gelegen ist) einen rustikalen Geschlechterkampf, dessen Horizont nicht die Wiederherstellung von Zucht und Ordnung, sondern allgemeine, geschlechterübergreifende Enthemmung ist. (lf)

Pudelnackt in Oberbayern