Wieland Herzfelde 1896-1988

Schriftsteller, Redakteur, Verleger

  • 1896

    11. April: Wieland Herzfelde wird in Weggis (Schweiz) als Sohn des Schriftstellers Franz Held (eigentlich Herzfeld) geboren.

  • 1913

    Nach dem Tod seiner Eltern übersiedelt Herzfelde nach Berlin und studiert dort Germanistik und Medizin.

  • 1914

    Bei Beginn des Ersten Weltkriegs meldet er sich als Freiwilliger im Sanitätsdienst.

  • 1915

    Nachdem Herzfelde einen vorgesetzten Feldwebel geohrfeigt hat, wird er aus dem Militärdienst entlassen.

  • 1916

    Herzfelde gibt in Berlin die gegen den Krieg gerichtete Zeitschrift "Neue Jugend" heraus, die wenige Wochen später verboten wird.
    Er wird zwangsweise wieder zum Kriegsdienst eingezogen. Herzfelde desertiert, wird verhaftet und erneut in den Militärdiens t versetzt.

  • 1917

    Gemeinsam mit seinem Bruder John Heartfield und in Zusammenarbeit mit George Grosz gründet er den Malik-Verlag. Herzfelde wird Leiter des Verlags, der sich zu einem Sprachrohr der linksrevolutionären Literatur und des Dadaismus entwickelt. Noch im gleichen Jahr erscheint die "Kleine Grosz-Mappe".

  • 1918

    Nach einem erfolglosen Hungerstreik - mit dem Ziel der Entlassung aus dem Kriegsdienst - desertiert Herzfelde ein zweites Mal und kehrt nach Berlin zurück.
    31. Dezember: Nach Kriegsende treten Herzfelde, Grosz und Heartfield am Gründungstag der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei.

  • 1919/20

    Die drei geben die Zeitschrift "Die Pleite" heraus, die nach kurzer Zeit verboten wird.

  • 1920

    Auf der "Ersten Internationalen Dada-Messe" in Berlin tritt Herzfelde neben Grosz und Heartfield als Hauptakteur auf.

  • 1921

    Herzfelde unterstützt die Sowjetunion mit Publikationen im Malik-Verlag und veröffentlicht "Gesellschaft, Künstler und Kommunisten". Martin Andersen Nexö (1869-1954) wird als Autor für den Verlag tätig.

  • 1924

    Herzfelde gliedert dem Verlag eine Kunstgalerie unter dem Namen "Grosz-Galerie" und eine eigene Buchhandlung an.

  • 1928

    Er wird Mitglied im "Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller" (BPRS).

  • 1933

    Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten emigriert er nach Prag. Von dort aus leitet er den Verlag weiter und veröffentlicht u.a. Werke von Johannes R. Becher.

  • 1933-1935

    Mit Anna Seghers gibt er die Exilzeitschrift "Neue deutsche Blätter" heraus.

  • 1934

    Der Malik-Verlag in Berlin wird auf Druck der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) geschlossen. Neuer Sitz des Verlags wird London, die verlegerische Leitung bleibt bei Herzfelde in Prag. Die "Gesammelten Werke" von Bertolt Brecht werden verlegt.

  • 1937

    Herzfelde ist Mitunterzeichner des Aufrufs auf dem Volksfrontkongreß von Paris.

  • 1938

    Er flieht mit seinem Bruder nach London.

  • 1939

    Er erhält ein Visum für die USA und emigriert nach New York, wo er als Buchhändler und Publizist arbeitet.

  • 1944

    Gemeinsam mit Brecht, Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin, Heinrich Mann, Ernst Bloch und anderen deutschen Exilanten gründet er den antifaschistischen Aurora-Verlag, dessen Geschäftsführung er übernimmt.

  • 1949

    Herzfelde kehrt nach Deutschland zurück und wird Professor für Literatur an der Universität Leipzig. Er schreibt Gedichte, Erzählungen sowie Essays und wirkt auch als Übersetzer.
    Sein Erinnerungsbuch "Immergrün" erscheint im Aufbau-Verlag.

  • 1950

    Nach der Rückkehr seines Bruders Heartfield arbeiten beide gemeinsam an Bühnenbildern und Buchausstattungen.

  • 1952-1962

    Herausgabe der "Gesammelten Werke" von Leo N. Tolstoi (1828-1910) in 14 Bänden.

  • 1959-1970

    Herzfelde ist Präsident des DDR-PEN-Vereins.

  • 1961

    Er wird Mitglied der Akademie der Künste der DDR.

  • 1962

    Sein Buch "John Heartfield. Leben und Werk" erscheint.

  • 1967

    Im Rahmen der Akademieausstellung "Der Malik-Verlag" wird eine Reihe mit Neudrucken aller Malik-Zeitschriften und ausgewählter Bücher eröffnet.

  • 1976

    Der Sammelband "Zur Sache geschrieben und gesprochen zwischen 18 und 80" wird veröffentlicht.

  • 1986

    Herzfelde wird Ehrenbürger von Ost-Berlin.

  • 1988

    23. November: Wieland Herzfelde stirbt in Ost-Berlin

(mw)
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