Perspektiven und Positionen. Interview mit Natalya Vince über Widerstand im Kolonialismus

9. Oktober 2026 8 Min.

Seit den 1930er Jahren werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen kolonialer Gewalt und nationalsozialistischer Herrschaft diskutiert. Diese Debatten setzen sich bis in die Gegenwart fort. Geführt in Geschichts-, Sozial- und Kulturwissenschaften, prägen sie politische Auseinandersetzungen, Medien, Kunst und Erinnerungskulturen. Dabei stehen Fragen nach Kontinuitäten, Brüchen und Vergleichbarkeit im Mittelpunkt. 

Die Interviews mit internationalen Wissenschaftler*innen im Rahmen der Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft. Koloniale und nationalsozialistische Gewalt“ stellen verschiedene Perspektiven und Positionen in der Auseinandersetzung vor. Historikerin Natalya Vince, University College Oxford und an der University of Oxford, spricht im Videointerview über Widerstand im Kolonialismus: 

„Antikolonialer Widerstand ist naturgemäß asymmetrisch. Es gibt den kolonialen Staat, der eine reguläre Armee, eine Polizei, einen Geheimdienst hat. In dem Zeitraum, den wir hier betrachten, sind all diese Institutionen von Männern dominiert. Normales Kriegsgeschehen wird also von Männern beherrscht – jedoch ist antikolonialer Widerstand kein ‚normaler’ Krieg. Antikoloniale Bewegungen verfügen über keine der genannten Einrichtungen. Darum nutzen sie Taktiken des urbanen und ländlichen Guerillakampfs, wodurch die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten aufgelöst wird. Diese beiden Kategorien verschmelzen miteinander. Dadurch eröffnen sich Möglichkeiten für Frauen – zunächst einmal jene, am bewaffneten Kampf teilzunehmen und Gewaltakte zu begehen, sei es im ländlichen oder im urbanen Setting.”

Portrait Natalya Vince
Video abspielen

Gesprächspartner*innen

Portrait Stephan Malinowski
Stephan Malinowski

Dr. Stephan Malinowski ist Kurator der Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft. Koloniale und nationalsozialistische Gewalt” am Deutschen Historischen Museum.

Natalya Vince

Natalya Vince ist Historikerin am University College Oxford und an der University of Oxford.

Quellen und Nachweise

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Mehr zum Thema

Stimmen & Standpunkte

Auf unserer Website werden neben den technisch unbedingt notwendigen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt.

Statistik und Analyse

Diese Cookies helfen uns, Informationen über die Nutzungsweise und das Besucherverhalten auf unserer Website zu erhalten. Dadurch können wir unser Angebot kontinuierlich verbessern und an Ihre Bedürfnisse anpassen. Sie können die Website auch ohne diese Analyse Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Alle auswählen" erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Das Einverständnis in die Verwendung der Cookies können Sie jederzeit widerrufen. Weitere Informationen zu Cookies auf dieser Website finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und zu uns im Impressum.