Vorschau im Detail

Schlüterhofgespräch

Deutschland und Russland - Was läuft schief?

4. Dezember 2017, 18:00 Uhr

Russland und Deutschland - was läuft schief seit der Deutschen Einheit? Volker Rühe, Horst Teltschik, Frank Elbe, Fritz Pleitgen und Ulrich Deppendorf diskutieren im Museumsverein des Deutschen Historischen Museums in Berlin.

Sanktionen und Vorwürfe, Spannungen, Misstrauen und Entfremdung - was läuft schief zwischen Russland und Deutschland seit der wiedergewonnenen deutschen Einheit? Was ist da eigentlich passiert seit dem historischen Moment, als Helmut Kohl und Michail Gorbatschow im Juli 1990 im Kaukasus die Konditionen der Wiedervereinigung festschrieben - nicht zuletzt die Bündnisfreiheit der Deutschen und damit die Zugehörigkeit des vereinten Deutschlands zum Nordatlantikpakt? Was wurde im Gegenzug tatsächlich verabredet über die Ost-Erweiterung - oder Nichterweiterung - von NATO und EU? Und was blieb von den großen Hoffnungen, die Akteure wie Gorbatschow und Kohl, Schewardnadse und Genscher ebenso beseelten wie ihre politischen und medialen Wegbahner und Wegbegleiter? Lag und liegt der Ball nur bei Putin oder auch im Westen? Was ist zu tun - verfügt z.B. die EU und nicht zuletzt Deutschland über eine russlandpolitische Strategie, die über die politische und militärische Eindämmung Russlands hinausweist?

Im Alten Zeughaus in der historischen Mitte Berlins lässt der Museumsverein des Deutschen Historischen Museums (DHM) Anfang Dezember Persönlichkeiten zu Wort kommen, die es wissen müssen: Volker Rühe, Horst Teltschik, Frank Elbe sowie Fritz Pleitgen, der durch das Podiumsgespräch führen wird. Anschließend wird Ulrich Deppendorf die Diskussion mit dem Publikum moderieren. Horst Teltschik, Kohls wichtigster außenpolitischer Berater, gilt als Architekt der deutschen Einheit und spielte an der Seite des Kanzlers ebenso eine zentrale Rolle wie der ehemalige Botschafter Frank Elbe bei Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Volker Rühe war als CDU Generalsekretär, stellv. Fraktionsvorsitzender und nicht zuletzt als deutscher Verteidigungsminister gefordert, als es um die neue europäische Sicherheitsarchitektur ging. Fritz Pleitgen war als Korrespondent in Moskau, Washington und Ostberlin stets nah dran, wenn weltpolitische und deutschlandpolitische Weichen gestellt wurden. Und Ulrich Deppendorf hat, nicht zuletzt als Chef des ARD-Hauptstadtstudios, die Regierungen Schröder und Merkel klug und kenntnisreich beobachtet und beurteilt. Der Vereinsvorsitzende Peter Voß sieht in dieser Besetzung "die Garantie für eine Diskussion mit Tiefgang und Temperament." Die Diskussion ist laut Voß auch als sinnvolle Ergänzung der Ausstellung "1917. REVOLUTION. RUSSLAND UND EUROPA" im Deutschen Historischen Museum gedacht.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der "Schlüterhofgespräche" des Museumsvereins am Montag, 4. Dezember 2017, 18 Uhr, im überdachten Innenhof des DHM, Unter den Linden 2, statt. Sie wird vom ARD/ZDF-Gemeinschaftsprogramm Phoenix aufgezeichnet und zeitversetzt ausgestrahlt.

 

Teilnahme nur nach Anmeldung in der Geschäftsstelle.

Schlüterhofgespräch am 4. Dezember 2017

Sonderführung

Führung durch die Sonderausstellung "1917. Revolution. Russland und Europa"

13. Januar 2018, 16:15 Uhr

Die revolutionären Ereignisse 1917 und der Bürgerkrieg in Russland führten zu einem grundlegenden Systemwechsel im 20. Jahrhundert. Mentalitäts- und kulturgeschichtlich bewirkte die Revolution zunächst einen Aufbruch in allen Bereichen der Gesellschaft: Sie führte zu neuen Formen in Wirtschaft, Bildung und Kultur, förderte nationale, politische und soziale Befreiungsbewegungen, inspirierte Künstler und Kulturschaffende. Von Anfang an gehörten zum Aufbau der neuen Gesellschaft aber auch Terror, Gewalt und Repression. Die Ausstellung thematisiert die Umwälzungen und Ereignisse in Russland und der frühen Sowjetunion ebenso wie Reaktionen und Gegenreaktionen auf den politischen und gesellschaftlichen Umsturz in ausgewählten europäischen Staaten. Der Faszination und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft stand hierbei die Angst vor gewalttätiger Radikalisierung und kommunistischen Umsturzversuchen gegenüber.

Die Russische Revolution war ein Schlüsselereignis für das Verständnis des 20. Jahrhunderts und ein Wegbereiter für die Polarisierung der Welt in zwei Lager. Daran zu erinnern, ist für das Verständnis der deutschen und europäischen Geschichte von herausragender Bedeutung.

Das Ausstellungsprojekt ist eine Kooperation des Deutschen Historischen Museums mit dem Schweizerischen Nationalmuseum.


Teilnahme nur nach Anmeldung in der Geschäftsstelle.

Sonderführung

Führung durch die Sonderausstellung "Gier nach neuen Bildern: Flugblatt, Bilderbogen, Comicstrip"

10. Februar 2018, 16:30 Uhr

Gier nach Bildern

Die Ausstellung zur Geschichte populärer graphischer Nachrichtenmedien präsentiert drei Geschäftsmodelle der Flugblatt- und Bilderbogenproduktion, die sich vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert kaum verändert haben. Die Neugier auf Sensationen, aktuelle politische Satire oder informative und humorvolle Reportagen war zu allen Zeiten groß. Aus heutiger Sicht ergeben sich erstaunliche Parallelen zum gegenwärtigen Boulevardjournalismus, zum momentanen medialen Bilderkampf der Ideologien und zum anspruchsvoll-unterhaltsamen Feuilleton.
Das Angebot an sensationellen Neuigkeiten – etwa Naturkatastrophen und menschliche Schicksalsschlägen oder Mord und Totschlag in Krieg und Revolution – gilt dem breiten Publikum. Die Produktionskosten für die plakativen Bildnachrichten wurden von den Verlegern möglichst niedrig gehalten. Die Kolorierung der Holzschnitte und Lithographien mittels Schablonen übernahmen Kinder in Heimarbeit.

Die Flugblätter und Bilderbogen mit politischer Satire, zum Beispiel im Kampf um den "rechten" Glauben oder gegen Zensur und Unterdrückung, stammen dagegen häufig von namhaften Künstlern. Zahlreiche Beispiele, unter anderen von Lucas Cranach dem Älteren, Kasimir Malewitsch und Pablo Picasso, werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Aus dem großen DHM-Sammlungsbestand an illustrierten Flugblättern, Bilderbogen, Titelkarikaturen und Comicstrips wird eine Auswahl von etwa 180 Originalen in der Ausstellung zu sehen sein, ergänzt durch komplette Bilderfolgen in Medienstationen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.

 
Teilnahme nur nach Anmeldung in der Geschäftsstelle.

Sonderführung

Führung durch die Sonderausstellung "Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend"

24. März 2018, 13:00 Uhr

Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend, 23. März bis 26. August 2018

Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit der Berliner Sparkasse

Sparsamkeit versteht sich in Deutschland von selbst. Private und öffentliche Haushalte ebenso wie die Unternehmen sparen in Deutschland in großem Umfang. Die Mehrheit der Menschen im Land stellt das Sparen der privaten Haushalte auch in Zeiten historisch niedriger Zinsen nicht in Frage, ebenso wenig die Spardoktrin der deutschen Finanz- und Außenpolitik.

Beobachter außerhalb Deutschlands hingegen blicken in den letzten Jahren zunehmend kritisch auf die deutsche Sparneigung. Hierbei wird nicht nur die Rolle Deutschlands bei der Durchsetzung der Sparpolitik im Euro-Raum hinterfragt, sondern auch das Sparen in Deutschland selber. Die Ausgabenzurückhaltung der privaten und öffentlichen Haushalte sowie der Unternehmen trägt zu dem erheblichen Leistungsbilanzüberschuss des Landes bei, dem ein Gefährdungspotenzial für die Weltwirtschaft und damit auch für die deutsche Wirtschaft zugeschrieben wird.

Die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ im Deutschen Historischen Museum betrachtet und diskutiert das tradierte Sparverhalten der Deutschen vor dem Hintergrund internationaler Kritik. Sie begibt sich auf die Suche nach der spezifischen Gestalt der deutschen Sparneigung von den Ursprüngen bis heute. In den Blick genommen werden die Vorformen, sowie die konkreten historischen Erscheinungsformen des Sparens seit der Spätaufklärung. Es werden die Entwicklung des Sparens zum Instrument der Staatsfinanzierung sowie der staatlichen Daseinsfürsorge und Sozialpolitik beleuchtet. Auch das komplementäre Verhältnis der Sparpropaganda und Sparwerbung zum Antisemitismus steht im Fokus. Epochenübergreifend thematisiert die Ausstellung die Rolle der Sparerziehung für die Genese der deutschen Sparneigung ebenso wie das Verhältnis von Sparen und gesellschaftlichen, wie wirtschaftlichen Krisen.


Teilnahme nur nach Anmeldung in der Geschäftsstelle.