Wenn jemand es jetzt noch preisgibt, würde ihm nichts geschehen. Es dürfte aber nicht viele geben, die sich meldeten, weil 50 Menschen mit einem Wagen zu der Polizeidirektion nach Érsekújvár gebracht wurden, um sie dort zu quälen. Kitty holte mich ab und ich ging mit ihr spazieren. Unterwegs stießen wir auf Harry Laufer, auch seine Mutter wurde abtransportiert. Wir versuchten ihn zu trösten, in dem wir alle möglichen Späße machten und er vergaß für eine Weile seine Mutter oder er tat zumindest so. Wir standen da und unterhielten uns, als auf einmal ein Mann zu uns trat und uns aufforderte, beim Bau des Verrücktenhauses zu helfen. Ohne Widerrede folgten wir ihm und schlossen uns den vielen Jungen und Mädchen an, die bereits am Bau arbeiteten. Wir lachten und plauderten viel bis wir die zwei kleinen Zimmer fertigstellten. Sie waren ziemlich gut gelungen. Wir fühlten uns sehr wohl, wo junge Menschen waren, wurde auch manchmal gelacht. Gegen Abend ging jeder seines Wegs, um sich auf den Freitagabend vorzubereiten. Freitagabend. Die Männer machten sich auf dem Weg in eine Baracke, wo der Oberrabbiner Herr Buxbaum aus Galánta wohnte. Ich betete auch. Mein Vater sprach zum letzten Mal das Kaddisch für seine Familie – er wusste nicht, dass es das letzte sein wird. Es gab Schmalzstulle zum Abendbrot. Nach dem Abendessen ging ich nochmal raus für eine Plauderei, blieb aber nicht lange. Damit wir noch etwas sehen können beim Ausziehen, mussten wir früh ins Bett gehen.