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Beethoven barrierefrei

Der Themenpfad „Beethoven I Freiheit“ in der Dauerausstellung widmet sich den Etappen der Beethoven-Rezeption im SED-Regime, in der NS-Diktatur und im Kaiserreich. Die App „DHM – Beethoven und die Freiheit“ bietet deutschsprachige Audiodeskriptionen und Musikbeispiele. Über QR-Codes können an den Texttafeln Deutsche Gebärdensprachvideos über das eigene Smartphone gestartet werden. Ein Bodenleitsystem erschließt die Etappen des Themenpfades.

Förderprojekt Verbund Inklusion

In diesem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten dreijährigen Projekt (2018-2021) erarbeiten sechs Museen, das Netzwerk Kultur und Inklusion e.V., die Akademie der Kulturellen Bildung und der Bundesverband Museumspädagogik e.V. notwendige Veränderungen des Ressourcenmanagements und der Arbeitsprozesse in den Museen. Ziel ist einerseits, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention voranzutreiben, und andererseits, die gesellschaftliche Teilhabe für alle Interessierten, unabhängig von ihren körperlichen und kognitiven Voraussetzungen, zu ermöglichen.

Das Deutsche Historische Museum (DHM) beteiligt sich an dem Förderprojekt „Verbund Inklusion“. Die beteiligten Museen spiegeln die Vielfalt und die Gattungen der deutschen Kulturlandschaft wider. Sie sind in ihrer inhaltlichen Ausrichtung unterschiedlich, grenzen sich im Bildungsauftrag ab und wirken in verschiedenen Kulturregionen. Damit soll eine Austauschmöglichkeit von verschiedenen Museumsgattungen gewährleistet werden. Das Förderprojekt wird wissenschaftlich begleitet, evaluiert und ausgewertet. Die Abschlussveranstaltung wird 2021 stattfinden.

Das DHM freut sich, im Erfahrungsaustausch mit Kolleg*innen zu stehen, und gemeinsam die Öffnung der Museen für Alle voranzutreiben. Im Rahmen des Projektes wurden im ersten Projektjahr fünf Geruchsstationen für dieer Ausstellung „Wilhelm und Alexander von Humboldt“ umgesetzt. Die Attraktion, das mexikanische Getränk Pulque oder das Eau de mirableadmirable aus den Pariser Salons zu riechen, verband alle Besucher*innen. Inklusion bedeutet auch, Angebote für alle attraktiv und zugänglich zu präsentieren.

Wenn Sie sich für die Geruchsstation interessieren, können Sie im Blogbeitrag „Dem Entdecker auf der (Duft-)Spur“ mehr dazu erfahren.

Eine DHM-Erfindung findet internationale Beachtung

Alles begann mit einem schweren Buch. Die ersten Ausstellungstexte in Leichter Sprache, die das Deutsche Historische Museum (DHM) 2014 zur Ausstellung „1914–1918. Der Erste Weltkrieg“ anbot, wogen laminiert und gebunden ganze 2 Kilogramm. Für Nadine Rasche und Werner Schulte, zuständig für Ausstellungsgestaltung im DHM, war klar, dass Texte in Leichter Sprache in Zukunft anders präsentiert werden müssen: Kein Mensch schleppt ein solches Buch freiwillig durch eine Ausstellung! So darf Teilhabe nicht erschwert und behindert werden. Für die Ausstellung „Alltag Einheit. Porträt einer Übergangsgesellschaft“ 2015 arbeiteten sie gemeinsam mit den Handwerkern des DHM an einer Möglichkeit, einerseits Texte in Deutsch, Englisch, Braille, Leichter Sprache und Videos in Deutscher Gebärdensprach gleichberechtigt anzubieten und andererseits keine Textwüste entstehen zu lassen. Gesucht wurde eine Lösung für neu entwickelte, interaktive Stationen in der Ausstellung, an denen mindestens zwei Sinne angesprochen werden: die Inklusiven Kommunikations-Stationen. Die kreative und nachhaltige Lösung von Nadine Rasche und Werner Schulte ist seither im Deutschen Historischen Museum zu bestaunen: Sechsseitige Texttrommeln, die individuell gedreht werden können, für jede Ausstellung neu beklebt werden und das parallele Lesen von unterschiedlichen Textvarianten ermöglichen. Zugleich ist die Texttrommel ein kleines Platzwunder: Mit 26 x 26 cm ist sie nicht mehr aus den inklusiven Ausstellungen wegzudenken.

Zwischenzeitlich hat die Texttrommel Nachahmer gefunden: Das Norwegische Gehörlosen-Museum Trondheim verwendet in seiner Ausstellung eine leicht abgewandelte Version. In Kürze werden die Trommeln auch in einer Sonderausgabe des amerikanischen Magazins „Museum Education“ vorgestellt. Weitere Nachahmer im Ausland sind nicht ausgeschlossen.