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Das Deutsche Historische Museum ist ein Museum für alle: weitgehend barrierefrei und inklusiv. Noch bis zum 15. Januar 2023 haben die Besucherinnen und Besucher in der aktuellen Ausstellung „Staatsbürgerschaften. Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789“ Gelegenheit, sich auf mehreren Sinnesebenen mit der Geschichte und dem Bedeutungswandel von Staatsbürgerschaft in den drei europäischen Nachbarländern auseinanderzusetzen. Fünf interaktive und multisensorische Interventionen laden dazu ein, ausgewählte Themenräume tastend, hörend oder sehend zu erkunden und sich den Herausforderungen rund um die Staatsbürgerschaft von 1789 bis heute spielerisch anzunähern.

Die von Dieter Gosewinkel kuratierte Ausstellung ist in weiten Teilen barrierefrei: Die Exponate werden auf unterschiedlichen Höhen präsentiert und die Vitrinen sind für Rollstühle überwiegend unterfahrbar. Alle Haupttexte werden in Deutsch, Englisch, Leichter Sprache, Deutscher Gebärdensprache, Braille sowie Großschrift angeboten. An ausgewählten Stellen sind Beschriftungen in Profilschrift sowie Audiodeskriptionen vorhanden.

Die Hörführung bietet auf Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch einen Audiorundgang durch die Ausstellungsräume, beschreibt ausgewählte Objekte und vermittelt zusätzliche Hintergrundinformationen. Interviews mit dem Kurator, den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und den Gestalterinnen, eingesprochene Originalzitate sowie Medienstationen vertiefen den Rundgang. Ausgewählte Exponate werden für blinde Besucherinnen und Besucher detailreich beschrieben.

Das Museum bietet zudem regelmäßig inklusive Führungen durch die Ausstellung an:

Jeden 1. Samstag im Monat um 13 Uhr: Führung mit Objektbeschreibungen (60 Min.)

Kommende Termine: 1.10. / 5.11. / 3.12. / 7.1.

Referentinnen und Referenten beschreiben in einem Ausstellungsrundgang detailliert die Raumarchitektur und ausgewählte Objekte. Eine Kombination aus Hören und Tasten ermöglicht es blinden und sehbehinderten Besucherinnen und Besuchern, sich mit der Geschichte von Staatsbürgerschaften seit 1789 in Frankreich, Polen und Deutschland auseinanderzusetzen. Inklusive und interaktive Stationen bieten Gelegenheit zum Ausprobieren, Begreifen und spielerischen Lernen.

Jeden 2. Samstag im Monat um 13 Uhr: Führung mit Übersetzung in Deutscher Gebärdensprache (60 Min.)

Kommende Termine: 10.9. / 8.10. / 12.11. / 10.12. / 14.1.

In einem Ausstellungsrundgang geben die Referentinnen und Referenten einen Überblick über die wechselseitige Geschichte von Staatsbürgerschaften in Frankreich, Polen und Deutschland seit 1789. Eine staatlich geprüfte Dolmetscherin überträgt die Führung simultan in Deutsche Gebärdensprache. An inklusiven und interaktiven Stationen können ausgewählte Objekte und Modelle mit unterschiedlichen Sinnen erfahren werden. Der Rundgang verbindet visuelle Informationen mit der Möglichkeit zur Diskussion. Videos in Deutscher Gebärdensprache laden zur vertiefenden Auseinandersetzung ein.

Jeden 3. Samstag im Monat um 13 Uhr: Führung in Einfacher Sprache (60 Min.)

Kommende Termine: 17.9. / 15.10. / 19.11. / 17.12

Bei dem dialogischen Rundgang werden historische Ereignisse und Ausstellungsobjekte vorgestellt. Die Referentinnen und Referenten stellen sich auf den Wissenshorizont, die Lebenswelt und die Sprachkompetenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Im Zentrum steht die Geschichte von Staatsbürgerschaften in Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789 und deren wechselseitige Einflüsse. Inklusive und interaktive Stationen laden zum Ausprobieren, Anfassen und Mitmachen ein.
jeweils 3€ pro Person zzgl. Eintritt (Mdb 50% ermäßigter Eintritt und mit „B“ Begleitperson frei)

Jeden 2. Mittwoch im Monat um 18 Uhr: Telefonische Führung für blinde, sehbehinderte und sehende Menschen (90 Min.)

Kommende Termine: 14.9. / 12.10. / 9.11. / 14.12. / 11.1.

Führungsreferentinnen und -referenten präsentieren am Telefon einen Rundgang durch die Ausstellung mit detaillierten Raum- und Objektbeschreibungen. Der Überblick wird durch die Besprechung von ausgewählten Objekten ergänzt. Die Telefonkonferenz bietet Gelegenheit für Rückfragen und Austausch.
5 € pro Person

Weitere Informationen und Buchung unter: fuehrung@dhm.de bzw. 030/20304-750/-751

Über die Ausstellung:

Dazugehören – oder nicht? Diese Frage löst starke, auch widerstreitende Gefühle aus. Sie kann von existenzieller Bedeutung sein. Die Staatsbürgerschaft bündelt als Gegenstand von Kämpfen um politische Mitbestimmung und staatliche Fürsorge viele dieser Gefühle. Der Pass garantiert den Bürgerinnen und Bürgern eines Staates grundlegende Rechte und verweist darauf, wer „dazugehört“. Als ein Rechtsstatus stiftet die Staatsbürgerschaft nationale und politische Gemeinschaft, aber sie markiert auch einen Vorrang gegenüber denen, die außerhalb dieser Gemeinschaft stehen.

Mit seiner Ausstellung thematisiert das Deutsche Historische Museum den Bedeutungswandel und die Mobilisierungskraft von Staatsbürgerschaft vom „langen“ 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Entscheidend für ihre Herausbildung war die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789. Sie schuf den citoyen – den Staatsbürger – und bestimmte, welche Rechte und Pflichten mit dieser neuen Rolle einhergingen. In der Folge stieg die Staatsbürgerschaft zur dominanten Form politischer Zugehörigkeit im Zeitalter des Nationalstaats auf, wurde von Diktaturen als Mittel ethnischer und politischer Selektion eingesetzt und nimmt in der Unionsbürgerschaft der supranationalen EU neue Gestalt an. Die Staatsbürgerschaft wurde somit zum zentralen Instrument der Verteilung von Lebens- und auch Überlebenschancen in den europäischen Staaten des 19. und 20. Jahrhunderts. Im Fokus der Ausstellung stehen drei Länder Europas – Frankreich, Polen und Deutschland –, die als Nachbarstaaten durch gewaltsame Auseinandersetzungen in Gestalt von Besetzung und Vertreibung sowie politische Kooperation eng miteinander verflochten waren und sind.