Direkt zum Seiteninhalt springen

Download

Der Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums ist ab Freitag, den 9. April 2021 bei neuen Öffnungszeiten von täglich 12 bis 20 Uhr für den eingeschränkten Publikumsverkehr wieder geöffnet. Das veränderte Besuchsfenster soll es den Museumsgästen ermöglichen, vor dem Ausstellungsbesuch einen Schnelltest in einem Testzentrum wahrzunehmen.

Per Onlineticket können die Besucherinnen und Besucher noch bis zum 11. April 2021 die Wechselausstellung „Von Luther zu Twitter. Medien und politische Öffentlichkeit” anschauen. Darüber hinaus ist aktuell die Fotoausstellung „Report from Exile – Fotografien von Fred Stein“ (bis 20. Juni 2021) zu sehen.

Die limitierten Onlinetickets können auf der Museumswebsite gebucht werden. Der Museumsshop der Buchhandlung Walther König wird ebenfalls geöffnet sein. Die Dauerausstellung im Zeughaus wird in einem zweiten Schritt öffnen, wenn die Inzidenzen in Berlin stabil unter 100 liegen.

Gemäß der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Landes Berlin ist der Museumsbesuch ausschließlich gestattet nach Vorlage eines tagesaktuellen negativen Ergebnisses eines Point-of-Care (PoC)-Antigen-Tests oder eines negativen Ergebnisses eines aktuellen PCR-Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, das nicht älter als 24 Stunden ist. Auch für bereits gegen Corona geimpfte Personen ist die Vorlage eines negativen Testergebnisses notwendig. Ein sogenannter Selbsttest ist als Nachweis nicht zugelassen. Informationen zu den Berliner Teststellen finden Sie unter www.test-to-go.berlin. Die Besucherinnen und Besucher sind außerdem verpflichtet während des Museumsbesuchs eine FFP2-Gesichtsmaske zu tragen.

„Von Luther zu Twitter. Medien und politische Öffentlichkeit”

Die politische Öffentlichkeit ändert sich seit dem Siegeszug von Smartphones und Social Media tiefgreifend und mit offenem Ausgang: Präsidenten twittern, virtuelle Mobs hetzen, Wahlen werden manipuliert. Gleichzeitig gibt es große Hoffnungen, die sich mit diesen Medien verbinden, gerade auch in der Kritik an autoritären Regimen. Angesichts der aktuellen Debatte um die Bedeutung dieses Wandels thematisiert das Deutsche Historische Museum in der Ausstellung „Von Luther zu Twitter. Medien und politische Öffentlichkeit“ den Zusammenhang von Medien, Politik und Öffentlichkeit in Geschichte und Gegenwart.

Die Ausstellung zeigt, wie es zum aufklärerischen Ideal demokratischer Öffentlichkeit und freier Meinungsäußerung gekommen ist: Ausgehend vom Buchdruck und seiner Bedeutung für die Reformation beleuchtet das DHM die Entstehung bürgerlicher Öffentlichkeit im Zuge der Pluralisierung der Presselandschaft im 19. Jahrhundert über die Erfindung des Rundfunks und seine Bedeutung für das totalitäre NS-System bis hin zu den Bilderwelten des Fernsehens der Nachkriegszeit. Die Kontinuitäten und Brüche eines immer auch medial bewegten Strukturwandels der Öffentlichkeit werden dabei bis in die Gegenwart verfolgt. Dieser folgt der Technikentwicklung jeweils in einigem Abstand: Es bedarf medial besonders intuitiver Personen und Gruppen, die das politische Potenzial eines neuen Mediums erkennen und es für den eigenen politischen Erfolg einsetzen.

„Report from Exile – Fotografien von Fred Stein“

Das Werk des deutsch-amerikanischen jüdischen Fotografen Fred Stein (1909, Dresden – 1967, New York) ist untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden. 1933 aus Deutschland geflohen, ergriff der studierte Jurist den Beruf des Fotografen. In Paris und New York porträtierte er bekannte Persönlichkeiten des literarischen und politischen Exils: Autorinnen und Publizisten, Journalisten und Intellektuelle, die meisten von ihnen als Juden und Gegner des Nationalsozialismus verfolgt wie er. In „Report from Exile – Fotografien von Fred Stein“ zeigt das DHM Steins Porträts und Stadtansichten aus den 1930er bis 1960er Jahren erstmals in einem politisch-historischen Zusammenhang und rückt den Kontext, in dem Stein seine Aufnahmen machte in den Fokus. Die Werkschau zeichnet anhand von rund 160 Porträtaufnahmen sowie Presse- und Straßenfotografien Steins beruflichen Weg vom talentierten Autodidakten zu einem wichtigen Chronisten und Porträtisten deutschsprachiger Emigrantinnen und Exilanten – darunter Hannah Arendt, Willy Brandt, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Klaus Mann und Anna Seghers – nach.