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Hedy Lamarr war in den 1940er Jahren einer der größten Stars Hollywoods. 
Während heute vor allem die unglaubliche Geschichte fasziniert, wie die jüdische 
Exilantin und „schönste Frau der Welt“ 1942 durch ihr Patent auf ein 
Frequenzsprungverfahren zur Ideengeberin für Bluetooth und Mobilfunk wurde, 
verblasst allmählich die Erinnerung an ihre außergewöhnliche Filmkarriere. Die 
Figur der Emigrantin mit meist exotistischer Note spielte Hedy Lamarr in fast allen 
Genres. Die Retrospektive Fremder Star lädt zur Wiederentdeckung ihres 
vielfältigen Werks ein und taucht in eine Epoche des Klassischen Hollywoodkinos, 
in dem erzählerisch wie gestalterisch neue Wege eingeschlagen wurden. 
Geboren am 9. November 1914, wuchs Hedwig Eva Maria Kiesler, die sich später 
Hedy Lamarr nannte, in einer wohlhabenden Bankiersfamilie auf, studierte 
Schauspiel an Berliner und Wiener Bühnen und gelangte rasch zum 
aufkommenden Tonfilm. Ekstase katapultiert sie zum Weltruhm, da sich Regisseur 
Gustav Machatý in seiner visuellen Evozierung des Erotischen allein auf ihr Gesicht 
und ihre Körpersprache verließ. Ein Jahr später, 1933, dann der Bruch in Hedy 
Kieslers Karriere. Sie heiratet den österreichischen Waffenfabrikanten Fritz Mandl, 
der weitere Filmarbeiten verbietet. Sie entflieht dem goldenen Käfig 1937 und 
gelangt nach London, wo Louis B. Mayer, der Leiter der Metro-Goldwyn-Mayer-
Studios, neue Stars für seinen Konzern sucht. Aus Hedy Kiesler wird Hedy Lamarr. 
Sie war Jüdin und entkommt so knapp dem deutschen Vernichtungshorror in 
Europa.  


Ihre ersten Filme in den USA sparen nicht an Melodrama und Manierismus. „The 
secret of her fascination lies in her face, her features and her eyes“, schreibt die 
New York Herald Tribune begeistert über Lady of the Tropics. Der strenge 
Mittelscheitel, das pechschwarze Haar — allein ihr Stil kündigt einen neuen Typus 
auf der Leinwand an. Die Hochzeit von Lamarrs Karriere fällt in die Five Fat Years 
Hollywoods, die Zeit zwischen 1941 und 1946, in der das einheimische Publikum 
wächst, 90 Millionen Kinotickets wöchentlich in den USA verkauft werden und die 
Studios bereit sind, nicht nur bis dahin ungeahnte Summen zu investieren, sondern 
auch gewagte künstlerische Innovationen zuzulassen.  
Lamarrs Filme führen durch unterschiedliche Genres dieser Zeit, ins Melodrama 
ebenso wie in die Komödie, in den Film noir wie in den Western. Dass Lamarrs 
Stern mit dem Ende des Kriegs zu sinken beginnt, begründet Filmhistoriker Jan-
Christopher Horak mit einem gewandelten, konservativen Frauenbild. Hedy 
Lamarr konnte sich „in den 40er Jahren als Filmstar in Hollywood behaupten, weil 
ihr Starimage des starken, erotisch aggressiven und selbstständigen Frauentyps, 
das tabubrechend die Beziehungen zwischen den Geschlechtern im Kontext eines 
Marktes betrachtete, einen Großteil der weiblichen Zuschauer dieser Jahre 
ansprach.“ 1945 verlässt Lamarr MGM, produziert fortan ihre Filme selber oder 
arbeitet mit unabhängigen Produzenten zusammen. So bewahrt sie ihren Figuren 
Intelligenz und Modernität. 
Hedy Lamarr ist längst zu einem Mythos der Filmgeschichte geworden. Andy 
Warhol setzt ihr 1966 mit Hedy ein fragwürdiges Denkmal. François Truffaut 
nimmt in La Nuit américaine (1973) auf sie ebenso Bezug wie Mel Brooks in Blazing 
Saddles (1974). Statt sich auf den Mythos zu fixieren, entdeckt die von Stephan 
Ahrens kuratierte und vom Hauptstadtkulturfonds geförderte Filmreihe das 
vielfältige künstlerische Schaffen Lamarrs in einer der aufregendsten Zeit in 
Hollywood. 
Ausführliche Angaben zur Filmreihe finden Sie auf unserer Homepage. 
Wir freuen uns über eine Berichterstattung und stellen Ihnen auf Anfrage gerne 
Bildmaterial zur Verfügung.