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Nach mehr als drei Jahren Laufzeit und über 470.000 Besucherinnen und Besuchern schließt am Sonntag, den 22. März 2026 die Ausstellung „Roads not Taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können“: Gemeinsam mit dem Historiker Dan Diner hat das Deutsche Historische Museum darin auf Weggabelungen und nicht eingeschlagene Pfade der deutschen Geschichte geblickt. Viel ist seit der Eröffnung am 9. Dezember 2022 geschehen.

Am Dienstag, den 17. März 2026 um 18.30 Uhr blicken bei einer Diskussion zur Finissage der Ideengeber der Ausstellung Dan Diner, der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum Raphael Gross und die neue Direktorin des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam Gabriele Metzler vor dem Hintergrund der vergangenen Jahre auf die Ausstellung zurück: Würde man mit dem heutigen Wissen etwas anders sehen und daher anders machen – und falls ja, was? Gibt es Zäsuren, die unberücksichtigt geblieben sind (auch dies „roads not taken“), und die durch die erlebten „Zeitenwenden“ nun noch einmal eine andere Bedeutung erlangt haben? 

Die besondere Aktualität der Veranstaltung liegt auch darin, dass sie der in der Ausstellung präsentierten Revue der Zeit einen weiteren, einer neuen Gegenwart geschuldeten Zeit-Blick hinzufügt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.

Zusätzlich bietet das DHM von Donnerstag, den 19. März bis Sonntag, den 22. März 2026 Gelegenheit, die Ausstellung bei verlängerten Öffnungszeiten von 10 bis 20 Uhr erstmals oder ein letztes Mal zu besuchen.

Wendepunkte deutscher Geschichte 1989 – 1848

Ausgehend von zentralen Schlüsselmomenten der deutschen Geschichte präsentiert das DHM in „Roads not Taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können“ einen Rückblick auf einschneidende historische Ereignisse des 19. und 20. Jahrhunderts. Tatsächlich erfolgten Wendungen werden dabei mögliche Verläufe gegenübergestellt, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht eingetreten sind. Anhand von 14 markanten Einschnitten der deutschen Geschichte werden die Wahrscheinlichkeiten von ausgebliebener Geschichte gezeigt – verhindert von Zufällen oder dem Gewicht persönlicher Unzulänglichkeiten.

Die Ausstellung beginnt im Jahr 1989 mit der Friedlichen Revolution in der DDR und endet im Jahr 1848, als in Deutschland erstmals der demokratische Aufbruch versucht wurde. In umgekehrter Reihenfolge greift sie Themen wie Ostpolitik, Mauerbau, Kalter Krieg, die Machtübernahme der Nationalsozialisten oder Revolution und Demokratisierung an entscheidenden Kipppunkten auf und erläutert, dass es keineswegs hätte so kommen müssen, wie es schließlich kam. Auf diese Art und Weise erscheinen Wegmarken wie die Stalinnoten von 1952, der Koreakrieg in Verbindung mit der Berliner Luftbrücke 1948/49, die missglückte Sprengung der Brücke bei Remagen 1945, das Attentat auf Adolf Hitler 1944, der Sturz von Reichskanzler Brüning 1932, die Revolution 1918, der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 oder der Deutsche Krieg 1866 in einem neuen Licht.

Diese für ein historisches Museum ungewohnte Perspektive soll es ermöglichen, den Blick für bekannte Fakten und für die grundsätzliche Offenheit von Geschichte als Ergebnis von Konstellationen und Entscheidungen, von Handlungen und Unterlassungen zu schärfen.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Alfred Landecker Foundation entstanden.

Bildmaterial zur Ausstellung steht im Pressebereich zur Verfügung.