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Welche Geschichten erzählen Objekte – über sich, ihre Zeit und die Museumssammlung? Ob in der Reihe „Objekt im Blick“ oder beim „Speed Dating mit der Sammlung“: ab Mittwoch, den 1. Juli 2026 lädt das Deutsche Historische Museum begleitend zur neuen Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung“ (noch bis 31.10.2027) dazu ein, seine Sammlung näher kennenzulernen. 

Der Morgenrock der Königin Luise von Preußen, das „Lied der Deutschen“ oder die berühmte Ortenburg-Bibel: In der Reihe „Objekt im Blick“ rücken Expertinnen und Experten des DHM zusammen mit Gästen aus internationalen Universitäten und Museen Objekte der Ausstellung in den Fokus und begeben sich gemeinsam auf Spurensuche. Im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung am 1. Juli 2026 um 18:30 Uhr steht die „osmanische Sturmhaube“: Einst trug ein hochrangiger Krieger im Osmanischen Reich diese Haube, später gelangte sie über die Sammlung des Prinzen Carl von Preußen in die „Ruhmeshalle“ des Zeughauses. Deniz Erduman-Çalış, Kuratorin am Museum für Islamische Kunst, Aaron Jochim, Leiter der Sammlung Militaria: Waffen – Rüstungen – Militärisches Gerät, und Helen Pfeifer, Associate Professor in Early Ottoman History an der University of Cambridge, gehen der Frage auf den Grund, was die Sturmhaube über die Symbolik und Technik solcher Rüstungen verrät – und über die Geschichte und Interessen der Berliner Sammlungen, die sich später mit ihnen rühmten.

Sechs Objekte in 60 Minuten: Ab dem 8. Juli 2026 lädt das DHM an vier Terminen zum „Speed Dating mit der Sammlung“ in die Ausstellung ein. Die Museumsgäste haben dabei die Chance in den Austausch mit dem Ausstellungsteam zu treten und sechs ausgewählten Objekten in 60 Minuten näherzukommen. Wie im Speed Dating geht es nach jedem Gong weiter – doch am Ende bleibt Zeit, noch einmal genau hinzusehen.


Alle Termine der Veranstaltungsreihe „Objekt im Blick“:


Mi, 1.7.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau

Die osmanische Sturmhaube

Ein glänzender Schutz: Einst trug ein hochrangiger Krieger im Osmanischen Reich diese Haube, später gelangte sie über die Sammlung des Prinzen Carl von Preußen in die „Ruhmeshalle“ des Zeughauses. Was verrät sie über die Symbolik und Technik solcher Rüstungen – und was über die Geschichte und Interessen der Berliner Sammlungen, die sich später mit ihnen rühmten?

Mit Deniz Erduman-Çalış, Kuratorin am Museum für Islamische Kunst, Aaron Jochim, Leiter der Sammlung Militaria: Waffen – Rüstungen – Militärisches Gerät, und Helen Pfeifer, Associate Professor in Early Ottoman History an der University of Cambridge


Mi, 5.8.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau 

Der Morgenrock der Königin Luise von Preußen

Ein ereignisreicher Stoff: Vom Kleiderschrank der Königin über das Kulturministerium der Sowjetunion bis zum Museum für Deutsche Geschichte der DDR hat der seidene Mantel viel erlebt. Welche Rolle spielte die feudale Mode in der Zeit ihrer Trägerin – und welche in der marxistisch-leninistischen Sammlung der DDR?

Mit Birte Förster, Professorin für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Bielefeld, und Julia Franke, Leiterin der Sammlung Alltagskultur: Zivile Kleidung und Textilien – Politik – Sonderinventar – Religiöse Kulturen – Abzeichen


Mi, 2.9.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau

Das „Lied der Deutschen“

Ein vielsagendes Geschenk: Bundesregierung und Bundeskanzler übergaben Heinrich Hoffmann von Fallerslebens Text- und Notenblatt aus dem Jahr 1841 dem DHM anlässlich seiner Gründung 1987. Wofür standen Musik und Strophen des Lieds in seiner Entstehungszeit, in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und im geteilten Deutschland – und welches Fundament bildete es für die Sammlung des neu gegründeten Museums?

Mit Daniel Morat, Kurator des Bereichs 19. Jahrhundert der neuen Ständigen Ausstellung, Pamela M. Potter, Professor in German and Music an der University of Wisconsin-Madison, und Yvonne Wasserloos, Professorin für Musikwissenschaft an der Universität Mozarteum Salzburg


Mi, 7.10.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau

Die Ortenburg-Bibel

Eine folgenreiche Schrift: Von dieser frühen Ausgabe der Lutherbibel aus dem Jahr 1535 gab es im Druck auf Pergament nur 10 Exemplare; eines befindet sich heute im DHM. Welche weitreichenden, auch politischen Folgen hatte diese Bibel für die deutsche Geschichte im Allgemeinen und ihren früheren Besitzer im Besonderen – und welche Bedeutung für die Bibliothek des Museums heute? 

Mit Matthias Miller, Leiter der Bibliothek und der Sammlung Handschriften – Alte und wertvolle Drucke, und Stefan Wild, Lokalhistoriker und 3. Bürgermeister der Marktgemeinde Ortenburg

Die Reihe wird von Julia Voss (DHM) moderiert. 


Alle Termine der Veranstaltungsreihe „Speed Dating mit der Sammlung“:

Mi, 8.7.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau

mit Dorlis Blume, Projektleiterin, Martin Koch, Projektassistent, und Simon Sacha, Wissenschaftlicher Volontär

Mi, 12.8.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau 

mit Wolfgang Cortjaens, Kurator, Martin Koch, Projektassistent, und Simon Sacha, Wissenschaftlicher Volontär

Mi, 9.9.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau

mit Dorlis Blume, Projektleiterin, Wolfgang Cortjaens, Kurator, und Simon Sacha, Wissenschaftlicher Volontär

Mi, 14.10.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau

mit Dorlis Blume, Projektleiterin, Wolfgang Cortjaens, Kurator, und Martin Koch, Projektassistent


Die Teilnahme an beiden Veranstaltungsreihen ist kostenfrei. 
Anmeldung und weitere Informationen unter dhm.de/programm


Zur Ausstellung:

Ein Königsberger Brettspielkasten aus Bernstein von 1607, der Morgenrock der Königin Luise von 1806, das Plakat zur Ausstellung „40 Jahre DDR“ in Ost-Berlin oder das Stockbett aus einer Unterkunft für Geflüchtete in Kassel von 2015 – die Sammlung des Deutschen Historischen Museums umfasst etwa eine Million Objekte deutscher Geschichte. Noch bis zum 31. Oktober 2027 präsentiert das DHM eine Auswahl von rund 200 teilweise noch nie gezeigten Beständen, überraschenden Funden und Neuzugängen. Die Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung“ gibt im Pei-Bau Einblicke in die Praxis des Sammelns und befragt die vorgestellten Exponate nach ihrer Herkunft und Bedeutung. 

Im ersten Teil widmet sich die Ausstellung der Sammlung des DHM als solcher, die im Verlauf ihres 150-jährigen Bestehens selbst zu einem historischen Zeugnis geworden ist. Der Rundgang folgt prägenden Epochen der wechselvollen Hausgeschichte zwischen 1883 und 2006: der „Ruhmeshalle der preußisch-brandenburgischen Armee“, dem Heeresmuseum des NS-Regimes, dem Museum für deutsche Geschichte der DDR und der Zusammenführung mit dem 1987 in West-Berlin gegründeten DHM.

In diesem Teil der Ausstellung sind Objekte und Konvolute zu sehen, die stellvertretend für den Sammlungsschwerpunkt und das Geschichtsbild der jeweiligen Epoche stehen: Ob ein Uniformrock der preußischen Infanterie, eine japanische Samurai-Rüstung, die als Geschenk der Kaiserlichen Militärischen Reservisten-Vereinigung an Adolf Hitler gelangte, ein sozialistischer Tischschmuck als Staatsgeschenk aus Nordvietnam an die DDR oder der Erstdruck der deutschsprachigen Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika – Exponate hatten immer auch eine politische Bedeutung. Die Praxis des Sammelns war zu keiner Zeit beliebig.

Die Sammlungsschau betrachtet Geschichte unter einem besonderen Blickwinkel: Geschichte wird zumeist als Abfolge und Veränderung in der Zeit verstanden. Sie erzählt aber auch vom Wandel im Raum. Im zweiten Teil der Ausstellung rücken deshalb Orte, Schauplätze und Regionen in den Fokus. Ausgewählte Objektgeschichten erzählen von umkämpften Herrschaftsräumen und höfischer Diplomatie, von Kolonisierung und der Erschließung neuer Handelsrouten ebenso wie von verschwundenen Orten, von Grenzen, Flucht und Exil.

Pressefotos stehen im Pressebereich der DHM-Website zur Verfügung.