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Mit Beiträgen von Christian Joppke und Miriam Rürup

Der säkularisierte Staat der Gegenwart definiert Staatsbürgerschaft grundsätzlich ohne Ansehen der Religion. Das war – und ist – nicht immer so. Welche Religionszugehörigkeiten wurden historisch im Zugang zu staatsbürgerlichen Rechten benachteiligt bzw. prämiert? Gibt es auch heute noch religiöse Voraussetzungen und Folgen beim Erwerb einer Staatsbürgerschaft oder religiöse Auffassungen und Handlungsanleitungen, die im Gegensatz zu den Grundsätzen der Freiheit und Gleichheit moderner Staatsangehörigkeit stehen?

Christian Joppke ist Professor für Soziologie an der Universität Bern und Honorarprofessor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Aarhus. Er ist Autor von „Der säkulare Staat auf dem Prüfstand. Religion und Politik in Europa und den USA“ (Hamburger Edition 2018), „Legal Integration of Islam: A Transatlantic Comparison“ (Harvard University Press 2013) und „Citizenship and Immigration“ (Polity Press 2010).

Miriam Rürup ist Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien und Professorin für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam. Zu ihren Veröffentlichungen gehören u.v.a. der Band „Ausgeschlossen. Staatsbürgerschaft, Staatenlosigkeit und Exil“ (hrsg. zus. mit Dörte Bischoff; Edition text + kritik 2018) und der Beitrag „Staatsbürgerschaft von Jüdinnen und Juden“ im Katalog zur Ausstellung „Staatsbürgerschaften. Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789“.

Staatsbürgerschaft vs. …

Staatsbürgerschaft entwickelte und entwickelt sich fortwährend in Auseinandersetzung mit konkurrierenden Prinzipien der Zugehörigkeit. Welche anderen Vorstellungen ideologischer, politischer und religiöser Zugehörigkeit haben „Staatsbürgerschaft“ und „Staatsangehörigkeit“ in Geschichte und Gegenwart herausgefordert und in Frage gestellt?

In der Reihe „Staatsbürgerschaft vs. …“ nehmen Historikerinnen und Juristen, Politikwissenschaftlerinnen und Soziologen an vier Abenden das Verhältnis zu konkurrierenden Ordnungsprinzipien in den Blick und diskutieren die Konfliktlinien, die anhand dieser Gegenentwürfe sichtbar werden. Dabei wird es darum gehen, Staatsbürgerschaft als eine historisch bedingte, nicht überzeitlich gegebene Form der Ordnung politischer Zugehörigkeit erkennbar zu machen.

Die Reihe wird von Dieter Gosewinkel, dem Kurator der Ausstellung „Staatsbürgerschaften. Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789“, moderiert.

Weitere Veranstaltungen der Reihe „Staatsbürgerschaft vs. …“ finden Sie hier.